Das Pulvermaar liegt bei Gillenfeld in der Vulkaneifel und ist das Maar, das man zeigt, wenn man erklären will, was ein Maar überhaupt ist. Der Natur- und Geopark Vulkaneifel nennt es das am besten erhaltene Maar der Eifel — und die Zahlen erklären, warum.
Die Zahlen
| Lage | 50° 07′ 53″ N / 06° 55′ 32″ E, bei Gillenfeld |
| Höhenlage | 418 m über Normalnull |
| Trichterdurchmesser | 651 bis 735 m |
| Trichtertiefe | 150 bis 200 m |
| Alter des Trichters | rund 20.000 Jahre |
| Wasserfläche | 377.000 m² |
| Seetiefe heute | rund 74 m |
| Tuffwall | fast vollständig erhalten, rund 20 m mächtig |
Warum der Trichter tiefer ist als der See
Die beiden Tiefenangaben in der Tabelle sind kein Widerspruch, sondern der eigentliche Punkt: Der ausgesprengte Trichter reicht 150 bis 200 Meter hinab, der Wasserspiegel steht heute aber nur rund 74 Meter über dem Grund. Die Differenz steckt als Sediment im Becken — Auswurfmaterial, das gleich nach der Explosion zurückfiel, dazu Jahrtausende von Schwebstoffen und abgestorbenen Pflanzen.
Bei den meisten Eifelmaaren hat dieser Prozess das Becken vollständig verfüllt; übrig blieb ein Trockenmaar. Beim Pulvermaar ging es langsamer, weil der Trichter außergewöhnlich tief war. Deshalb steht hier noch Wasser, wo anderswo Wald wächst.
Der Wall, der die Form bewahrt hat
Was das Pulvermaar von den älteren Maaren unterscheidet, ist der Tuffwall. Er umgibt den Trichter fast lückenlos und ist rund 20 Meter mächtig. Bei Maaren, die 40.000 oder 70.000 Jahre alt sind, ist dieser Wall längst abgetragen — Regen, Frost und Hangrutschungen haben ihn eingeebnet, und der Kessel liegt heute als flache Mulde in der Landschaft, die man ohne Karte übersieht.
Mit rund 20.000 Jahren gehört das Pulvermaar zu den jüngeren Maaren. Das ist der Grund, warum es so aussieht, wie ein Maar im Lehrbuch aussehen soll: kreisrund, mit erkennbarem Rand, mit Wasser darin.
Wie das Pulvermaar entstanden ist
Ein Maar ist kein Vulkanberg. Es ist das Gegenteil: kein Kegel, der aufgeschüttet wird, sondern ein Loch, das in die Landschaft gesprengt wird.
Aufsteigendes Magma trifft im Untergrund auf wasserführende Gesteinsschichten. Das Wasser verdampft schlagartig, der Druck zerreißt das Deckgestein und schleudert es heraus. Unter Tage bleibt eine Kammer zurück, die in sich zusammenbricht; oben bleibt ein Trichter, umgeben von einem Wall aus dem ausgeworfenen Material. Füllt sich der Trichter mit Grundwasser, entsteht ein Maarsee.
Das erklärt auch die Form. Eine Explosion wirkt in alle Richtungen gleich — deshalb sind Maare annähernd kreisrund, und deshalb liegen sie in der Fläche statt auf einer Anhöhe.
Vor Ort
Der Rundweg um das Maar bleibt weitgehend am Wasser und ist ohne Steigung zu gehen. Wer den Wall mitnehmen will, geht außen herum und hat dann den Blick von oben in den Kessel — der Höhenunterschied ist es wert, weil die Größenverhältnisse erst von dort begreiflich werden.
Am Ufer liegt ein Badebetrieb. Was er kostet und wann er geöffnet hat, ändert sich saisonal; die aktuellen Angaben stehen auf den Seiten des Betreibers und der Gemeinde Gillenfeld.
In der Nachbarschaft
Das Pulvermaar liegt im dichtesten Teil des Maargebiets. In wenigen Kilometern Umkreis liegen das Holzmaar, das Immerather Maar und das Dürre Maar. Etwas weiter nördlich beginnt die Gruppe der Dauner Maare — Gemündener, Weinfelder und Schalkenmehrener Maar. Einen Überblick über alle wassergefüllten Maare gibt die Seite Eifelmaare.
Karte
Bildnachweis: Bild Aerial image of Pulvermaar (view from the southwest) von Carsten Steger, lizenziert unter CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.
Quellen
- Natur- und Geopark Vulkaneifel: Pulvermaar — sämtliche Maßangaben
- Natur- und Geopark Vulkaneifel: Die Maare der Vulkaneifel — Entstehung
Stand der Angaben: 25.08.2026. Öffnungszeiten und Preise stehen hier bewusst nicht — sie ändern sich saisonal.
7 Kommentare zu „Pulvermaar: Das tiefste Maar der Eifel“
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