Die Eifelmaare sind die Wahrzeichen der Vulkaneifel: runde Kessel in der Landschaft, teils mit Wasser gefüllt, teils trocken und bewaldet. Sie sind keine Krater im landläufigen Sinn — es hat dort nie ein Berg gebrannt. Ein Maar entsteht anders herum: Es wird in die Landschaft hineingesprengt.
Wie ein Maar entsteht
Aufsteigendes Magma trifft im Untergrund auf wasserführende Gesteinsschichten. Das Wasser verdampft schlagartig, der Druck sprengt das Deckgestein auseinander und schleudert es heraus. Zurück bleibt eine Kammer, die in sich zusammenfällt — und an der Oberfläche ein Trichter, umgeben von einem Wall aus dem ausgeworfenen Material. Füllt sich der Trichter mit Grundwasser, wird daraus ein Maarsee. Bleibt er trocken, spricht man vom Trockenmaar.
Das erklärt zwei Eigenheiten der Eifelmaare. Erstens die Form: annähernd kreisrund, weil eine Explosion in alle Richtungen gleich wirkt. Zweitens die Lage: nicht auf einer Anhöhe, sondern in der Fläche eingesenkt, oft ohne Zufluss und ohne Abfluss.
Wie viele Maare hat die Eifel?
Lange galten 77 nachgewiesene Maare als der Bestand, davon elf mit Wasser gefüllt. Diese Zahl ist überholt: Im Mai 2025 meldete der Natur- und Geopark Vulkaneifel, dass eine Forschergruppe um Prof. Georg Büchel (Universität Jena), Prof. Volker Lorenz (Universität Würzburg) und Prof. Michael Ort (Arizona State University) rund 30 bislang unbekannte Maare gefunden hat. Damit liegt der Bestand bei knapp über 100.
Gefunden wurden sie nicht im Gelände allein, sondern zuerst am Rechner: über Geländemodelle aus Laserscan-Daten, danach durch Begehungen — auch aktiver Steinbrüche — und Messungen mit dem Protonenmagnetometer. Die meisten dieser neu erkannten Maare sind Trockenmaare, in der Landschaft also kaum als solche zu sehen.
Der jüngste Ausbruch der Vulkaneifel wird dem Ulmener Maar zugeschrieben, vor rund 10.900 Jahren. Viele andere Maare sind erheblich älter und entsprechend erodiert — ihr Wall ist abgetragen, der Trichter verfüllt, und was bleibt, ist eine flache Senke, die man ohne Karte übersieht.
Woher der Name kommt
„Maar“ ist ein Eifeler Mundartwort aus der Gegend von Daun. Dort hießen die Kessel schon so, lange bevor die Geologie sich für sie interessierte. Über die Eifel hinaus ist der Begriff dann in die Fachsprache der Vulkanologen eingegangen — ein Maar in Alaska oder Neuseeland heißt heute Maar, weil es hier eines gibt. Als Herkunft liegt das lateinische mare für „Meer“ nahe.
Karte der Eifelmaare
Die wassergefüllten Eifelmaare im Überblick
| Maar | Lage | Fläche in ha | Tiefe in m | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|
| Eichholzmaar | Duppach, Steffeln | 1,1 | 3,2 | kleinster dauerhafte Maarsee der Eifel |
| Gemündener Maar | Gemünden bei Daun | 7,2 | 39,0 | eines der drei Dauner Maare |
| Holzmaar | Eckfeld, Gillenfeld | 6,8 | 21,0 | wird von einem Bach durchflossen |
| Immerather Maar | Immerath, Strotzbüsch | 6,0 | 2,9 | flachster Maarsee der Eifel |
| Meerfelder Maar | Deudesfeld, Meerfeld | 24,0 | 17,0 | größter Trichter, aber flacher See |
| Pulvermaar | Gillenfeld, Immerath | 38,5 | 72,0 | tiefstes und größtes Maar der Eifel |
| Schalkenmehrener Maar | Schalkenmehren | 21,6 | 21,0 | Badesee, eines der drei Dauner Maare |
| Ulmener Maar | Ulmen | 6,0 | 37,0 | jüngstes Maar der Eifel |
| Weinfelder Maar | zwischen Gemünden und Schalkenmehren | 16,8 | 51,0 | auch Totenmaar genannt |
Das Pulvermaar — das tiefste der Eifel
Das Pulvermaar bei Gillenfeld gilt als das am besten erhaltene Maar der Eifel. Der Natur- und Geopark Vulkaneifel gibt den Trichterdurchmesser mit 651 bis 735 Metern an, die Trichtertiefe mit 150 bis 200 Metern und das Alter mit rund 20.000 Jahren. Der See darin bedeckt 377.000 Quadratmeter und ist heute etwa 74 Meter tief — damit einer der tiefsten Seen Deutschlands. Der Tuffwall ringsum ist fast vollständig erhalten und rund 20 Meter mächtig. Der Wasserspiegel liegt auf 418 Metern über Normalnull.
Die drei Dauner Maare
Wer die Eifelmaare an einem Tag sehen will, fährt zu den drei Maaren bei Daun: Gemündener Maar, Weinfelder Maar und Schalkenmehrener Maar. Sie liegen dicht beieinander und lassen sich zu Fuß verbinden. Das Schalkenmehrener Maar hat als einziges der drei einen Badebetrieb; das Weinfelder Maar liegt am unbewohntesten, mit der einsam stehenden Kapelle über dem Wasser.
Quellen und weiterführende Links
- Natur- und Geopark Vulkaneifel: Die Maare der Vulkaneifel — Entstehung und Bestand
- Geopark Vulkaneifel, 21.05.2025: rund 30 bislang unbekannte Maare entdeckt
- Geopark Vulkaneifel: Pulvermaar — Maße und Alter
Stand der Angaben: 25.08.2026.