Der Laacher See: Größter See der Eifel, größter Ausbruch

Der Laacher See in der Osteifel ist der größte See der Eifel — und er ist das, was von einem Ausbruch übrig blieb, der zu den größten Vulkanereignissen Mitteleuropas seit der Eiszeit zählt.

Der Ausbruch

Vor rund 13.000 Jahren war der Laacher Vulkan aktiv. Die Benediktinerabtei Maria Laach, die am Ufer steht, beschreibt die Sprengkraft der Eruptionen mit dem Vergleich von rund 500 Hiroshima-Bomben.

Der Beleg dafür liegt nicht in der Eifel, sondern weit außerhalb: Asche vom Laacher See findet sich bis nach Südskandinavien und Norditalien. Für Geologen ist diese Schicht eine Zeitmarke — wo sie im Boden auftaucht, ist das Alter der darüber- und darunterliegenden Schichten bestimmbar.

Zurück blieb, wie bei einem Maar, kein Berg, sondern ein Loch. Der Unterschied ist die Größenordnung: Der Laacher See misst an seiner tiefsten Stelle 53 Meter und ist damit flacher als das Pulvermaar mit rund 74 Metern — aber um ein Vielfaches weiter.

Ein Vulkanfeld, kein einzelner Vulkan

Der Laacher See steht nicht allein. Rings um ihn erstreckt sich in etwa zehn Kilometern Radius ein Vulkanfeld mit mehr als 120 Ausbruchspunkten, davon knapp 60 deutlich erkennbare Vulkanberge.

Das ist der Unterschied zwischen der Osteifel und der westlicheren Vulkaneifel mit ihren Maaren: Hier sind über die Jahrtausende auch Kegel entstanden, keine reinen Explosionskrater. Beide gehören zum selben Vulkanismus, der bis zum Ulmener Maar vor 10.900 Jahren nachweisbar ist.

Die Mofetten am Ostufer

Am auffälligsten ist am Laacher See das, was man leicht übersieht. Am Ostufer tritt ständig Kohlendioxid durch die Wasseroberfläche aus — sogenannte CO₂-Exhalationen oder Mofetten. Erkennbar sind sie am Brodeln und Blubbern im flachen Wasser.

Das ist kein Rest von damals, sondern laufender Nachschub aus der Tiefe. Zusammen mit den tiefen niederfrequenten Erdbeben in rund 45 Kilometern Tiefe gehört dieses Gas zu den Anzeichen, aus denen die Forschung schließt, dass der Eifelvulkanismus nicht erloschen ist.

⚠️ Kohlendioxid ist schwerer als Luft und sammelt sich in Mulden. In Bereichen mit Gasaustritt gelten die Hinweise vor Ort — das ist kein Ort für Neugier in Bodennähe.

Maria Laach

Am Westufer steht die Abtei Maria Laach, eine der bekanntesten romanischen Kirchen Deutschlands. Sie prägt das Bild des Sees so sehr, dass viele Besucher den See nach ihr benennen — tatsächlich ist es andersherum: Der Name der Abtei kommt vom See, lateinisch ad lacum, am See.

Die Abtei ist ein bewohntes Kloster, kein Museum. Was besichtigt werden kann und wann, steht auf ihren eigenen Seiten.

Vor Ort

Um den See führt ein Rundweg, der überwiegend eben verläuft. Für die Mofetten lohnt der Abschnitt am Ostufer; für den Blick auf die Abtei der westliche.

In der Umgebung liegen weitere Zeugnisse desselben Vulkanismus: die Lavakeller in Mendig, das Römerbergwerk Meurin und die Wingertsbergwand, in der die Ablagerungen des Ausbruchs aufgeschlossen sind. Der Geysir Andernach liegt ebenfalls in Reichweite.

Karte

Bildnachweis: Bild Laacher See – Luftaufnahme von Df1paw, lizenziert unter CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.

Quellen

Stand der Angaben: 25.08.2026. Öffnungszeiten von Abtei und Einrichtungen stehen hier bewusst nicht.