Ulmener Maar: Der letzte Vulkanausbruch Deutschlands

Das Ulmener Maar ist das jüngste aller Eifelmaare — und es steht für den bislang letzten Vulkanausbruch auf deutschem Boden. Er liegt rund 10.900 Jahre zurück. Zum Vergleich: Die Cheops-Pyramide ist etwa 4.500 Jahre alt.

Die Zahlen

Lage50° 12′ 48″ N / 06° 58′ 10″ E, am Ortsrand von Ulmen
Höhenlage420 m über Normalnull
Trichter510 m (NW–SO) × 350 m (SW–NO), oval
Trichtertiefe86 m
Alter10.900 Jahre
See340 m (N–S) × 225 m (W–O), 55.000 m²
Seetiefe39 m
Wallbis zu 20 m mächtig
Angaben nach Natur- und Geopark Vulkaneifel, abgerufen am 25.08.2026.

Warum das Alter der interessanteste Wert ist

10.900 Jahre sind geologisch gesehen gestern. Die anderen Eifelmaare sind deutlich älter: die Dauner Maare 20.000 bis 30.000 Jahre, das Pulvermaar rund 20.000, das Meerfelder Maar rund 80.000.

Das hat eine Folge, die über die Landschaft hinausgeht. Ein Vulkangebiet gilt nicht deshalb als erloschen, weil lange nichts passiert ist — sondern erst dann, wenn es keine Anzeichen für Nachschub aus der Tiefe mehr gibt. Beim Eifelvulkanismus ist genau das bis heute Gegenstand der Forschung. Das Ulmener Maar ist dabei der jüngste Datenpunkt.

Der Ort, an dem man Maarablagerungen sehen kann

Bei den meisten Maaren ist der Wall bewachsen und der Aufbau nicht erkennbar. In Ulmen ist das anders: Der Geopark bezeichnet die Aufschlüsse hier als die am besten aufgeschlossenen Maarablagerungen der Eifel. An der Straße zwischen Kirche und Friedhof stehen die Schichten rund acht Meter mächtig frei — der Wall selbst ist stellenweise bis zu 20 Meter dick.

Was man dort sieht, ist der Auswurf der Explosion in der Reihenfolge, in der er niederging. Für ein Verständnis davon, wie ein Maar entsteht, ist das anschaulicher als jede Zeichnung.

Ein Maar direkt am Ort

Das Ulmener Maar liegt unmittelbar am Rand von Ulmen — kein Anmarsch durch den Wald, sondern eine Ortslage mit Krater. Über dem Maar steht die Ruine der Ulmener Burg.

Die Nähe zum Ort ist ungewöhnlich und macht das Maar zum praktischsten Ziel der Gruppe: Wer wenig Zeit hat oder schlecht zu Fuß ist, sieht hier ohne Umweg ein vollständiges Maar.

In der Umgebung

Ulmen liegt am östlichen Rand des Maargebiets. Richtung Südwesten folgen das Pulvermaar und die Maare bei Gillenfeld, nordwestlich die Dauner Maare. Alle wassergefüllten Maare im Überblick stehen auf der Seite Eifelmaare.

Karte

Bildnachweis: Bild Ulmener Maar 01 von Thomas Hummel, lizenziert unter CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.

Quellen

Stand der Angaben: 25.08.2026.