Holzmaar und Dürres Maar: Ein See, ein Moor, dieselbe Explosion

Zwischen Gillenfeld und Eckfeld liegen zwei Maare nur wenige hundert Meter auseinander, die zur selben Gruppe gehören und im selben Zeitraum entstanden sind. Beim einen steht Wasser, beim anderen wächst Torf. An diesem Paar lässt sich zeigen, was mit Eifelmaaren über die Jahrtausende geschieht.

Die Zahlen

HolzmaarDürres Maar
Lage50° 07′ 09″ N / 06° 52′ 04″ E50° 07′ 23″ N / 06° 52′ 20″ E
Höhenlage430 m463 m
Trichter450 × 300 mrund 163 × 130 m
Trichtertiefe51 bis 26 m
Alter (Gruppe)rund 40.000 bis 70.000 Jahre
Wasser heuterund 20 m tief, 58.000 m²kein See mehr — Moor
ehemalige Seetieferund 9 m
Angaben nach Natur- und Geopark Vulkaneifel, abgerufen am 27.08.2026.

Das Holzmaar: ein Klimaarchiv

Das Holzmaar ist eines der kleineren wassergefüllten Maare — und eines der am intensivsten erforschten. Seit den 1980er Jahren untersuchen Wissenschaftler hier die Warven: jährliche Ablagerungsschichten am Seegrund.

Eine Warve entsteht, weil sich im Lauf eines Jahres unterschiedliches Material absetzt — im Frühjahr anderes als im Herbst. Bei ruhigem Wasser und ohne durchmischende Strömung bleiben diese Schichten unterscheidbar liegen, Jahr für Jahr. Wer sie zählt, kann rückwärts rechnen wie bei Jahresringen im Holz. Die Schichtenfolge des Holzmaars reicht rund 23.220 Kalenderjahre zurück.

Ausgewertet wird daraus die Klima- und Siedlungsgeschichte der Region: Pollen zeigen, welche Pflanzen wuchsen, Erosionsspuren, wann der Mensch begann, ringsum den Wald zu roden. Auf einer grünen Boje im See erfassen Messgeräte laufend Wasserwerte.

Ein Unterschied zu den meisten Eifelmaaren: Das Holzmaar wird von einem Bach durchflossen. Das bringt Sediment ein und verkürzt seine Lebensdauer als See.

Das Dürre Maar: was aus einem Maarsee wird

Beim Dürren Maar ist die Entwicklung abgeschlossen, die beim Holzmaar noch läuft. Der See ist verschwunden; an seiner Stelle liegt ein Zwischenmoor.

Die Zahlen dazu: Die Mooroberfläche misst heute rund 1,9 Hektar, die Torfschicht darunter ist rund zwölf Meter mächtig, und das Moor selbst ist etwa 4.000 Jahre alt. Der ehemalige See war rund neun Meter tief.

Bemerkenswert ist die Form: Die Moorfläche wölbt sich leicht auf, „wie ein Uhrglas“. Der Grund liegt in den Torfmoospolstern — sie speichern Wasser bis zum Zwanzigfachen ihres Trockengewichts und wachsen dadurch über den Rand des Beckens hinaus. Ein Hochmoor ist nicht auf Grundwasser angewiesen; es hält sein Wasser selbst fest.

Das Dürre Maar steht seit 1979 unter Naturschutz.

Warum das Paar aufschlussreich ist

Von den rund 100 nachgewiesenen Maaren der Eifel führen nur wenige noch Wasser. Die weitaus meisten sind Trockenmaare — flache Senken, die man ohne Karte für eine gewöhnliche Mulde hält.

Holzmaar und Dürres Maar zeigen beide Zustände nebeneinander, bei gleichem Alter und gleicher Entstehung. Was den Unterschied macht, ist die Tiefe des ursprünglichen Trichters: Wo tief genug gesprengt wurde, reicht das Becken noch für einen See. Wo nicht, hat das Sediment gewonnen. Beim Pulvermaar mit 150 bis 200 Metern Trichtertiefe ist das Ende dieser Entwicklung noch weit entfernt.

Karte

Bildnachweis: Bild Maar, Hitsche Maar, Dürres Maar, Holzmaar 002 von Wolkenkratzer, lizenziert unter CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.

Quellen

Stand der Angaben: 25.08.2026. Die Koordinaten des Dürren Maars auf der Karte sind gerundet.