Die Kupferroute ist ein Wanderweg, der in 15,5 Kilometern vom Alter Markt in Stolberg bis nach Kitzenhaus an der Aachener Stadtgrenze führt und dort auf den Eifelsteig trifft. Unterwegs liegt fast alles, was das Stolberger Land ausmacht: die Altstadt unter der Burg, die Hochfläche mit Blick bis Belgien, alte Kalksteinbrüche, Spuren des Erzbergbaus und das Naturschutzgebiet am Schlangenberg mit seiner Galmeiflora. Die Route ist ein offizieller Partnerweg des Eifelsteigs und eine gute Wahl für alle, die den Galmei-Raum an einem Tag zu Fuß kennenlernen wollen.
Die Tour in Zahlen
- Art: Streckenwanderung, kein Rundweg – Start und Ziel liegen knapp neun Kilometer Luftlinie auseinander
- Start: Alter Markt, Stolberg-Altstadt
- Ziel: Kitzenhaus (Aachen-Walheim), Anschluss an den Eifelsteig
- Länge: 15,5 Kilometer
- Gehzeit: 4:30 bis 4:45 Stunden reine Gehzeit, je nach Quelle
- Höhenmeter: uneinheitlich angegeben – das Eifelsteig-Portal nennt 226 Meter Aufstieg und 105 Meter Abstieg, das Tourenportal Outdooractive 345 Meter Aufstieg und 214 Meter Abstieg
- Schwierigkeit: mittel
- Beste Zeit: April bis Oktober; wer die Galmeiveilchen blühen sehen will, kommt zwischen Mai und August
Zu den Höhenmetern: Die beiden Portale messen offenbar mit unterschiedlichen Höhenmodellen. Aus der GPX-Datei des Eifelsteig-Portals ergeben sich roh rund 340 Meter Auf- und 210 Meter Abstieg – das liegt nahe bei den höheren Werten. Wer plant, rechnet besser damit. Schwer ist die Route trotzdem nicht; anstrengend sind vor allem der Aufstieg aus der Altstadt und der steile Abstieg nach Vicht.
Warum „Kupferroute“?
Gefördert wurde im Stolberger Raum kein Kupfer. Der Name spielt auf den Beinamen „Kupferstadt“ an, und der bezieht sich auf Messing, früher auch „Gelbkupfer“ genannt. Für Messing brauchte man Kupfer und Zink – und das Zink kam als Galmei aus dem Boden rund um Stolberg. Die Kupfermeister, die im 17. und 18. Jahrhundert in ihren Kupferhöfen Messing herstellten, machten die Stadt reich. Die Route verbindet die Orte, an denen das Erz lag, mit der Altstadt, in der es verarbeitet wurde. Wer die Geschichte dazu vorher oder nachher sehen will, findet sie im Museum Zinkhütter Hof.
Konzipiert wurde der Weg nach den Qualitätskriterien des Deutschen Wanderverbands. Ein Zertifikat als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ oder als Premiumweg des Deutschen Wanderinstituts konnten wir für die Kupferroute nicht finden, obwohl sie auf manchen Seiten so bezeichnet wird. Markiert ist sie mit einem eigenen Logo, einem kupferfarbenen „K“, in dem die Silhouette der Burg steht.

Der Weg Abschnitt für Abschnitt
Altstadt und Hammerberg (Kilometer 0 bis 1)
Los geht es am Alter Markt unterhalb der Burg Stolberg. Die Altstadt ist eng und steil, in einigen Häusern arbeiten heute Künstler und Kunsthandwerker. Der erste Kilometer führt hinauf auf den Hammerberg und damit auf die Hochfläche. Wer sich beim Anstieg umdreht, sieht die Altstadt im Tal liegen – ein guter Vorwand zum Verschnaufen. Schon hier zeigen einzelne Standorte typischer Galmeipflanzen, dass früher nach Erz gegraben wurde.
Binsfeldhammer und Mausbach (Kilometer 2 bis 4)
Auf der Hochfläche führt der Weg oberhalb des alten Kalksteinbruchs Binsfeldhammer vorbei. Ein Aussichtspunkt lädt dort zur ersten Rast ein. Solche Steinbrüche lieferten über Jahrhunderte den Blaustein, aus dem viele Häuser der Gegend gebaut sind. Der stillgelegte Bruch steht inzwischen als FFH-Gebiet unter Schutz; als Besonderheiten nennt der Wegbetreiber heimische Orchideen sowie Neuntöter und Heidelerche.
Kurz vor Mausbach liegt etwas abseits des Weges am Heidehof ein ehemaliger Betriebspunkt der Erzgrube Diepenlinchen. Zu sehen ist davon heute fast nichts mehr – außer der Galmeiflora, die verrät, was im Boden steckt. Die Geschichte der Grube erzählt der Mausbach-Beitrag ausführlicher.
Über die Hochfläche nach Vicht (Kilometer 4 bis 6)
Hinter Mausbach öffnet sich die Landschaft. Nach Westen reicht der Blick über die Wiesen und Weiden des Münsterländchens – benannt nach der Reichsabtei Kornelimünster – bis nach Belgien. Dann folgt der steilste Abschnitt der Tour: der Abstieg ins Tal nach Vicht und über den Vichtbach. Bei Nässe ist hier gutes Profil unter der Sohle Gold wert.
Naturschutzgebiet Schlangenberg (Kilometer 6,5 bis 8)
Von Vicht steigt der Weg wieder an und erreicht das Herzstück der Route: das Naturschutzgebiet Schlangenberg bei Breinigerberg. Die Böden hier sind von Natur aus reich an Schwermetallen, und auf ihnen hat sich nach der Eiszeit eine Pflanzengesellschaft entwickelt, die anderswo kaum Chancen hätte. Ihr bekanntester Vertreter ist das gelb blühende Galmeiveilchen, das weltweit nur in dieser Region vorkommt. Nach Angaben von NRW-Tourismus blüht es von Mai bis August. Die offenen, hügeligen Flächen mit den Pingen – den Mulden alter Erzgruben – sind das, was die meisten Fotos von der Kupferroute zeigen.
Im Schutzgebiet gilt: auf den Wegen bleiben und nichts pflücken. Die Galmeiflora ist robust gegenüber Schwermetall, aber nicht gegenüber Trittschäden.
Münsterwald und Venwegen (Kilometer 8 bis 13)
Hinter dem Schlangenberg wird es schattig. Im Münsterwald trifft die Kupferroute auf einen Naturlehrpfad mit Tafeln zu Bäumen, Sträuchern und zur Lebensgemeinschaft Wald. Danach quert sie die Landstraße zwischen Breinig und Zweifall. In beide Orte führt der Weg nicht hinein; Zweifall bleibt etwa einen Kilometer abseits. Wer einen Abstecher plant, sollte das in die Gehzeit einrechnen.
Vorbei an der Andreashütte erreicht die Route bei Kilometer 13 das Hotel-Restaurant Birkenhof im Stolberger Stadtteil Venwegen. Der Wegbetreiber empfiehlt ihn als Rastplatz, und er liegt günstig: Von hier sind es noch rund drei Kilometer bis zum Ziel.
Bis Kitzenhaus (Kilometer 13 bis 15,5)
Hinter Venwegen überschreitet die Kupferroute die Stadtgrenze nach Aachen und endet in Kitzenhaus. Dort trifft sie auf den Eifelsteig, der von Aachen nach Trier führt. Wer mag, kann also aus der Kupferroute den Auftakt einer längeren Tour machen. Für alle anderen stellt sich hier die Frage, wie es zurückgeht.
Anreise und Rückweg
Zum Start: Seit Juni 2026 hält die Euregiobahn wieder am Bahnhof Stolberg-Altstadt – erstmals seit der Flut von 2021. Die Bushaltestelle Altstadt bedienen unter anderem die Linien 1, 8, 25, 40, 61 und X25. Mit dem Auto sind Parkplätze in der engen Altstadt knapp; mehr Platz bietet das Victor-Parkhaus an der Bergstraße.
Zurück: Das ist der Haken an der Tour. Kitzenhaus hat keine eigene Haltestelle. Es gibt drei sinnvolle Wege:
- Ab Friesenrath mit dem SB66: Der Ortskern von Friesenrath liegt gut einen Kilometer Luftlinie westlich von Kitzenhaus. Der Schnellbus SB66 fährt von dort montags bis freitags im Halbstundentakt zum Aachener Bushof, samstags stündlich.
- Ab Venwegen mit der Linie 46: Von der Haltestelle Venwegen Kirche fährt die 46 Richtung Aachen Bushof, werktags etwa stündlich, samstags und sonntags nur alle zwei Stunden. Die Linie 61 zurück nach Stolberg fährt dort nur montags bis freitags und nur wenige Male am Tag, teils nur an Schul- oder Ferientagen. Wer schon in Venwegen aufhört, spart sich die letzten drei Kilometer, muss aber vom Weg bis zur Haltestelle im Ortskern laufen.
- Zwei Autos: eines in Stolberg, eines in Kitzenhaus oder Venwegen. Für Gruppen oft die bequemste Lösung.
Eine Alternative ist, die Route umgekehrt zu gehen: mit dem SB66 nach Friesenrath, zu Fuß zur Kupferroute und dann in Richtung Stolberg – in dieser Richtung geht es unterm Strich mehr bergab als bergauf –, wo am Ende die Euregiobahn wartet. So bleibt der Rückweg flexibler, und der Abschluss in der Altstadt ist der schönere. Fahrpläne ändern sich; vor dem Start lohnt ein Blick in die Auskunft des AVV.
Praktische Tipps
- Einkehr: Hotel-Restaurant Birkenhof, Mulartshütter Straße 20, 52224 Stolberg-Venwegen; dienstags bis sonntags und an Feiertagen geöffnet. Der Weg führt außerdem durch Mausbach und Vicht. Proviant und Wasser gehören trotzdem in den Rucksack, denn zwischen den Orten ist man lange in Feld und Wald unterwegs.
- Schuhe: Die Wege sind überwiegend Wald- und Wiesenwege. Für den Abstieg nach Vicht und die Hänge am Schlangenberg sind Wanderschuhe mit Profil angenehmer als Turnschuhe.
- Hunde: In Naturschutzgebieten gelten eigene Regeln; Hinweistafeln vor Ort beachten.
- Navigation: Die Markierung ist durchgehend, die GPX-Datei gibt es kostenlos auf der Seite des Eifelsteigs.
Was dazu passt
Die Kupferroute ist das verbindende Stück zwischen den Galmei-Themen auf diesem Portal. Wer tiefer einsteigen will: Der Beitrag über Galmei erklärt, was das Erz ist und warum Stolberg ohne es nie Kupferstadt geworden wäre. Am Schlangenberg gibt es eigene Rundwege, die sich als kürzere Alternative anbieten. Und wer nach der Wanderung noch Zeit hat, fährt zur Wehebachtalsperre oder über die Grenze nach Kelmis, wo die belgische Seite der Galmeigeschichte beginnt.
Karte
Bildnachweis: Beitragsbild „Landschaft am Schlangenberg“ von Sebastian Dorn, lizenziert unter CC BY-SA 4.0.
Bild im Text: „Burg Stolberg, Südseite, (5)“ von ArthurMcGill, lizenziert unter CC BY 3.0. Beide über Wikimedia Commons, für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.
Streckenverlauf in der Karte nach der GPX-Datei des Eifelsteig-Portals, vereinfacht.
Quellen
- Eifelsteig: Kupferroute — Länge 15,5 km, 4:45 h, 226/105 Höhenmeter, „rund 16 km“, Partnerweg, DWV-Kriterien, Wegbeschreibung (Hammerberg, Binsfeldhammer, FFH, Orchideen, Neuntöter, Heidelerche, Diepenlinchen am Heidehof, Münsterländchen, Abstieg Vicht, Münsterwald, Andreashütte, Birkenhof, Kitzenhaus), Name Kupferstadt/Gelbkupfer, GPX-Datei
- Outdooractive: Partnerweg des Eifelsteigs – Kupferroute — 15,5 km, 4:30 h, 345/214 Höhenmeter, mittel
- NRW-Tourismus: Kupferroute — Blütezeit der Galmeiveilchen Mai bis August
- Stolberg-Touristik: Kupferroute — Verlauf, Logo der Route
- Deutsches Wanderinstitut: Premiumwege — kein Eintrag zur Kupferroute gefunden
- AVV: Aushangfahrplan Venwegen Kirche und Friesenrath — Linien 46, 61, SB66, gültig ab 2. September 2026
- Hotel-Restaurant Birkenhof: Kontakt — Adresse, Öffnungstage
Stand der Angaben: Oktober 2026.