Venwegen – Straßendorf zwischen Münsterwald und Hohem Venn

Venwegen ist ein Stadtteil von Stolberg am Südwestrand der Stadt, dort, wo das Aachener Land in Münsterwald und Hohes Venn übergeht. Schon der Name erzählt, worum es hier ging: Er erinnert an einen alten Weg von Kornelimünster ins Venn. Der Ort ist ein klassisches Straßendorf, 1,7 Kilometer lang an der L 12 aufgereiht, mit alten Winkelhöfen aus Bruchstein und einer Barockkirche.

Venwegen auf einen Blick

  • Einwohner: 1.418 (Stand 31.12.2018, Statistischer Jahresbericht der Stadt Stolberg)
  • Höhe: von rund 280 Metern am Hönigerhof bis 320 Metern am Birkenhof
  • Nachbarorte: Breinig im Norden, Mulartshütte im Süden, Aachen-Hahn im Westen; nach Osten trennt der Münsterwald Venwegen von Zweifall
  • Zu Stolberg seit: 1. Januar 1972, vorher Gemeinde Kornelimünster
  • Anfahrt mit dem Auto: ab Aachen-Zentrum rund 13 Kilometer, gut 20 Minuten; ab Köln rund 77 Kilometer, etwa eine Stunde; ab Trier rund 169 Kilometer, gut zwei Stunden

Geschichte

Venwegen gehörte jahrhundertelang zum Münsterländchen, dem Herrschaftsgebiet der Reichsabtei Kornelimünster. Erwähnt wird es – wie das Nachbardorf Breinig – im Jahr 1303. Nach dem Ende der Abtei 1794 wurde der Ort Teil der Gemeinde Kornelimünster im Landkreis Aachen. Bei der Gebietsreform zu Beginn der 1970er-Jahre warb Kornelimünster gemeinsam mit Venwegen und anderen Orten noch für eine eigene Gemeinde „Münsterland“; seit 1972 gehört Venwegen zu Stolberg.

St. Brigida

Mittelpunkt des Dorfes ist die Kirche St. Brigida. Der Grundstein wurde 1782 gelegt, geweiht wurde sie am 8. November 1784, Pfarrkirche war sie ab 1804. Ihr Tabernakel stammt aus der Aachener Kirche St. Jakob. Zum 1. März 2026 wurde die Pfarre aufgehoben; seitdem ist St. Brigida Nebenkirche von St. Kornelius in Kornelimünster.

Ein denkmalgeschützter Winkelhof aus Bruchstein an der Vennstraße in Venwegen mit Torbogen.
Ein Winkelhof an der Vennstraße – typisch für Venwegen.

Winkelhöfe und Naturdenkmäler

Die Denkmalliste von Venwegen zählt 51 Einträge, darunter viele Winkelhöfe – Bauernhäuser, bei denen Wohnhaus und Stall im rechten Winkel um einen Hof stehen – und den Höniger Hof am Nordende des Dorfes. Drei Bäume sind als Naturdenkmal geschützt: ein Feldahorn, eine Linde in der Vennstraße und eine Lindengruppe auf dem Friedhof.

Haus Maria im Venn

Am Ortsrand steht ein Kloster aus jüngerer Zeit: Haus Maria im Venn, seit 1973 Mutterhaus der Christenserinnen. Die Gebäude entstanden 1970 bis 1974, die Kirche wurde am 30. November 1974 geweiht. Heute ist dort auch ein Seniorenzentrum mit 139 Plätzen untergebracht.

Wandern ab Venwegen

Venwegen ist ein guter Ausgangspunkt für Touren in den Münsterwald und Richtung Hohes Venn. Die Kupferroute, der Partnerweg des Eifelsteigs aus der Stolberger Altstadt, kommt kurz vor ihrem Ende am Ort vorbei und erreicht bei Kitzenhaus – schon auf Aachener Gebiet – den Eifelsteig. Dessen erste Etappe führt von Kornelimünster über Walheim und Friesenrath nach Roetgen. Wer die Kupferroute in Venwegen beendet, fährt von dort mit dem Bus zurück.

Nach Norden sind es nur wenige Kilometer zum Naturschutzgebiet Schlangenberg mit seiner Galmeiflora; nach Osten, hinter dem Münsterwald, liegt das Vichttal mit den alten Eisenhämmern von Zweifall.

Anreise mit Bus und Auto

Zwei Buslinien halten in Venwegen: die 46, die vom Aachener Bushof über Walheim und Hahn nach Venwegen und weiter über Mulartshütte und Rott nach Roetgen fährt, und die 61 zwischen Stolberg, Breinig, Venwegen und Roetgen. Die 61 fährt allerdings nur werktags und selten – am Wochenende ist die 46 die verlässlichere Verbindung. Dazu kommt ein Nachtbus in den Nächten vor Wochenenden und Feiertagen und seit November 2025 der Rufbus NetLiner Stolberg-Süd. Mit dem Auto erreicht man Venwegen über die L 12, die nächste Autobahnanschlussstelle ist Aachen-Brand an der A 44.

Karte

Bildnachweis: Beitragsbild „St. Brigida (Venwegen) 03“ von Thomas Hummel, lizenziert unter CC BY-SA 4.0.
Bild im Text: „Vennstraße 91“ von BBKurt, lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Beide über Wikimedia Commons, für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.

Quellen

Stand der Angaben: Oktober 2026.

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