Mausbach ist ein Stadtteil von Stolberg am Westrand des Hürtgenwalds, rund vier Kilometer Luftlinie südöstlich der Stolberger Innenstadt. Heute ein ruhiger Wohnort, war Mausbach bis 1919 ein Bergbaudorf: Am Ortsrand lag Diepenlinchen, die größte Erzgrube auf Stolberger Gebiet. Ihre Spuren und die Schwermetallrasen auf den alten Halden lassen sich auf einem eigenen Rundweg erkunden.
Mausbach auf einen Blick
- Einwohner: 4.577 (Stand 31.12.2018, Statistischer Jahresbericht der Stadt Stolberg)
- Ortsteile: Diepenlinchen, Fleuth und Krewinkel
- Zu Stolberg seit: 1. Januar 1972; vorher Sitz der Bürgermeisterei Gressenich
- Lage: an der L 12, rund 4,5 Kilometer westlich der Wehebachtalsperre
- Anfahrt mit dem Auto: ab Aachen-Zentrum rund 19 Kilometer, knapp eine halbe Stunde; ab Köln rund 60 Kilometer, knapp eine Stunde; ab Trier rund 175 Kilometer, gut zwei Stunden
Geschichte
Mausbach liegt auf altem Siedlungsland: In römischer Zeit lag die Gegend zwischen Varnenum und dem Vicus Gressenich, in dem nachweislich Messing hergestellt wurde. Der Ortsname geht vermutlich auf „Maut“ zurück. 842 kam Mausbach an das Kloster Kornelimünster, 1336 wird ein Ritter Werner von Mausbach genannt. Der Mausbacher Hof, auch Burg Mausbach genannt, entstand um das Jahr 1000, wurde 1689 zerstört und 1730 wieder aufgebaut.
Ab 1585 legten die Stolberger Kupfermeister rund um Mausbach Galmeigruben an, unter anderem am Bernhardshammer und am Binsfeldhammer. Im Herbst 1944 lag der Ort mitten in den Kämpfen im sogenannten Stolberg-Korridor; am 7. Oktober 1944 wurde der Turm der Pfarrkirche gesprengt. Die Kriegsgräberstätte am Nassenberg erinnert an diese Zeit.
Die Erzgrube Diepenlinchen
Diepenlinchen war das größte Erzbergwerk im Stolberger Revier und förderte Zink-, Blei- und Eisenerz. Die Konzession erhielt 1809 eine Firma Bäumer, Buchacker & Cie; deren Tiefbau gab man 1820 wieder auf. Den großtechnischen Ausbau begann ab 1838 die Metallurgische Gesellschaft, später übernahm die Stolberger Gesellschaft.
- Belegschaft: 1890 bis 1895 über 800 Bergleute, um 1910 noch rund 500
- Förderung: in den 1890er-Jahren gut 7.000 Tonnen im Jahr, um 1910 fast 11.000 Tonnen; insgesamt wohl rund 500.000 Tonnen Blei- und Zinkerz
- Schächte: 15, der Hauptschacht 300 Meter tief; die tiefste Sohle lag bei knapp 400 Metern
- Ende: März 1919
Das Ende kam aus dem Wasser. Je tiefer die Grube wurde, desto mehr Wasser musste abgepumpt werden – zuletzt verbrauchte die Wasserhaltung mehr Kohle, als Erz gefördert wurde. Einen Streik im März 1919 nahm die Unternehmensleitung zum Anlass, die Grube zu schließen. Zwischen 1927/28 und 1942 wurden die alten Halden noch einmal aufbereitet und das Restmetall herausgeholt.

Viel ist nicht geblieben. Der restaurierte Froschschacht steht heute im Industriegebiet, Straßennamen erinnern an weitere Schächte. Die Halden am Weißenberg sind teils Gewerbegebiet geworden, auf dem alten Grubengelände liegt das Segelfluggelände Diepenlinchen.
Galmeiflora rund um Mausbach
Wo die Kupfermeister und Bergleute gegraben haben, wachsen heute Schwermetallrasen mit dem Galmei-Veilchen. Zwei Schutzgebiete sind dafür besonders wichtig:
- Werther Heide und Napoleonsweg (ACK-003, rund 17 bis 18 ha): das erste Naturschutzgebiet Stolbergs, 1979 ausgewiesen, am Weißenberg bei Werth, mit Galmei-Veilchen
- Steinbruchbereich Bernhardshammer und Binsfeldhammer (ACK-013, gut 80 ha): alte Steinbrüche und Schwermetallstandorte rund drei Kilometer südöstlich der Stolberger Innenstadt
Dazu kommen kleinere Gebiete wie das Mausbachtal und Horstbend–Mausbachquelle. Das größte dieser Galmeigebiete, das Naturschutzgebiet Schlangenberg bei Breinigerberg, liegt nur wenige Kilometer westlich.
Sehenswertes im Ort
- St. Markus: Die erste Kirche wurde 1804 geweiht, 1805 wurde Mausbach Pfarrei. Der heutige Bau entstand nach dem Abbruch der alten Kirche 1868 bis 1870. Den 1944 gesprengten Turm baute man 1963 wieder auf.
- Mausbacher Hof mit Wappenstein
- Nikolauskapelle in Fleuth und Barbarakapelle in Krewinkel
- Kriegsgräberstätte am Nassenberg, eingeweiht 1963

Wandern: auf den Spuren des Bergbaus
- Montanhistorischer Rundweg: 6,6 Kilometer ab der Dorfstraße in Mausbach, mit 15 Infostationen, unter anderem zu Diepenlinchen und zur Albertsgrube
- Panoramarundweg um Mausbach: 7,8 Kilometer, angelegt vom Arbeitskreis Geschichte Mausbach
- Kupferroute: der Partnerweg des Eifelsteigs führt von der Stolberger Altstadt über Binsfeldhammer und Mausbach weiter nach Vicht, zum Schlangenberg und an Zweifall vorbei bis Kitzenhaus – insgesamt 15,5 Kilometer (siehe Die Kupferroute)
Mit dem Bus ist Mausbach über die ASEAG-Linien 1, 15 und 42 an Stolberg und Aachen angebunden. Die Geschichte des Erzes, um das sich hier alles drehte, erzählt Galmei – das Zinkerz zwischen Aachen, Stolberg und Kelmis; der Nachbarort Breinig hat einen eigenen Beitrag.
Karte
Bildnachweis: Beitragsbild „Grube Dieplinchen Mausbach 1904“, Ansichtskarte, gemeinfrei, über Wikimedia Commons.
Bilder im Text: „Diepenlinchen1“ von ESChweiler, Copyrighted free use; „Fleuther Kapelle, Stolberg-Mausbach“ von ArthurMcGill, lizenziert unter CC BY 3.0; beide über Wikimedia Commons. Für dieses Portal höchstens auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.
Quellen
- Wikipedia: Mausbach (Stolberg) — Lage, Ortsteile, römische Zeit, Ortsname, Kornelimünster 842, Mausbacher Hof, Galmeigruben ab 1585, Bürgermeisterei Gressenich, Stolberg-Korridor 1944, Eingemeindung 1972, Sehenswertes, Buslinien
- Wikipedia: Stolberg (Rheinland) — Einwohner je Stadtteil am 31.12.2018 nach dem Statistischen Jahresbericht der Stadt
- Wikipedia: Erzgrube Diepenlinchen — Konzession 1809, Ausbau ab 1838, Belegschaft, Förderung, Schächte, Tiefe, Schließung 1919, Haldenaufbereitung, Reste
- stolberg-abc: Diepenlinchen — Wasserhaltung und Streik, Froschschacht
- Eifelsteig: Erzgrube Diepenlinchen — Lage an der Kupferroute
- Wikipedia: St. Markus (Mausbach) — Baugeschichte 1868–1870
- Wikipedia: NSG Werther Heide/Napoleonsweg, NSG Bernhardshammer und Binsfeldhammer und Liste der Naturschutzgebiete in der StädteRegion Aachen — Kennungen, Flächen, Galmei-Veilchen
- Rureifel-Tourismus: Montanhistorischer Rundweg — 6,6 km, 15 Stationen
- Arbeitskreis Geschichte Mausbach: Panoramarunde — 7,8 km
- Eifelsteig: Kupferroute — Verlauf, 15,5 km
- Fahrstrecken: OpenStreetMap-Routing (OSRM), abgefragt am 5. Oktober 2026
Stand der Angaben: Oktober 2026.