Baden in den Eifelmaaren: Wo es erlaubt ist und wo nicht

Ein Maarsee sieht aus wie der ideale Badesee: rund, klar, von Wald umgeben. Tatsächlich ist Baden nur an einem Teil der Eifelmaare möglich — und an einem der bekanntesten ausdrücklich verboten.

Die drei Dauner Maare

MaarBadenWas es dort gibt
Gemündener MaarerlaubtNaturfreibad, Liegewiese, Bootsverleih
Schalkenmehrener MaarerlaubtNaturfreibad am westlichen Teil
Weinfelder MaarverbotenNaturschutzgebiet, kein Betrieb am Ufer
Angaben nach Natur- und Geopark Vulkaneifel, abgerufen am 25.08.2026.

Die drei liegen so dicht beieinander, dass man sie an einem Nachmittag zu Fuß verbindet — was regelmäßig dazu führt, dass Besucher am Weinfelder Maar dieselbe Erwartung mitbringen wie am Gemündener. Näheres zu allen dreien steht im Beitrag Die Dauner Maare.

Warum am Weinfelder Maar nicht gebadet wird

Das Weinfelder Maar steht unter Naturschutz. Es ist mit 487 Metern das höchstgelegene und mit 51 Metern das tiefste der drei Dauner Maare — und das einzige ohne jeden Betrieb am Ufer.

Das ist kein Zufall, sondern der Grund für seinen Zustand. Ein Maarsee ist ein geschlossenes Becken ohne nennenswerten Zu- und Abfluss. Was hineingerät, bleibt darin — Nährstoffe ebenso wie Sonnenöl. Bei einem See mit 39 Metern Tiefe und Badebetrieb ist das beherrschbar, weil er bewirtschaftet wird. Bei einem, den man in Ruhe lässt, ist Ruhe die Bewirtschaftung.

Welche Maare amtlich überwachte Badegewässer sind

Rheinland-Pfalz führt ein Verzeichnis der Badegewässer, deren Wasserqualität das Landesamt für Umwelt regelmäßig überwacht. Für die Eifel stehen darin sieben Gewässer, davon vier Maare:

Die übrigen drei Einträge der Eifel-Liste sind keine Maare: der Laacher See sowie die Waldseen Kruft und Rieden.

Was nicht auf dieser Liste steht — etwa das Holzmaar, das Ulmener Maar oder das Immerather Maar —, ist kein amtlich überwachtes Badegewässer. Das ist nicht dasselbe wie ein Verbot: Es bedeutet, dass dort keine Badestelle ausgewiesen ist und die Wasserqualität nicht regelmäßig geprüft wird. Ob gebadet werden darf, ergibt sich in diesen Fällen aus der Beschilderung vor Ort und aus den Schutzgebietsverordnungen — am Weinfelder Maar etwa ausdrücklich nicht.

Was ein Maarsee vom Badesee unterscheidet

Drei Eigenschaften sollte man kennen, bevor man hineingeht:

  • Es geht schnell tief. Ein Maar ist ein Explosionstrichter, kein flach auslaufendes Ufer. Beim Gemündener Maar sind es 39 Meter auf 295 Metern Seedurchmesser — der Grund fällt steil ab.
  • Das Wasser ist kalt, und zwar schichtweise. Tiefe stehende Gewässer schichten sich: Oben liegt erwärmtes Wasser, darunter beginnt eine Sprungschicht, unterhalb bleibt es das ganze Jahr kühl. Wer aus der warmen Schicht in die kalte gerät, merkt es abrupt.
  • Es gibt keine Strömung, die einen zurückbringt. Was bei Flüssen hilft, fehlt hier. Die Entfernung zum Ufer ist die Entfernung, die man selbst zurückschwimmen muss.

Das sind keine Warnungen vor dem Baden, sondern die Eigenschaften des Gewässertyps. Wer sie kennt, schätzt die eigene Strecke anders ein.

Was hier bewusst nicht steht

Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Saisonzeiten der Naturfreibäder nennen wir nicht — sie ändern sich jährlich, und ein falscher Wert ist schlechter als gar keiner. Die aktuellen Angaben führen die Betreiber und die Gemeinden Daun, Schalkenmehren und Gillenfeld.

Ebenso wenig nennen wir Wasserqualitätswerte. Für die vier oben genannten Maare veröffentlicht das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz die laufenden Messungen und die Einstufung der Badesaison; diese Angaben sind die maßgeblichen.

Bildnachweis: Bild Aerial image of Schalkenmehrener Maar (view from the south) von Carsten Steger, lizenziert unter CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.

Quellen

Stand der Angaben: 25.08.2026. Maßgeblich ist immer die Beschilderung vor Ort.