Mendig ist eine Stadt im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz und Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Am 31. Dezember 2025 lebten hier 9.017 Menschen. Die Stadt liegt in der Osteifel unweit des Rheins, etwa fünf Kilometer vom Laacher See entfernt, mitten im Laacher Vulkangebiet.
Was der Vulkan hinterlassen hat
Seit etwa 450.000 Jahren haben Schlackenkegel und vor allem der Laacher-See-Vulkan die Landschaft immer wieder geformt. Die bekannten Niedermendiger Mühlsteinbrüche liegen in einem Lavastrom, der vor etwa 200.000 Jahren aus dem Vulkan Wingertsberg unweit des Laacher Sees austrat.
Seit der Römerzeit bis ins 19. Jahrhundert lebte Mendig vom Abbau und der Verarbeitung dieser Basaltlava — vor allem zu Mühlsteinen und Werksteinen. „Mendiger Basaltlava“ ist bis heute ein Begriff für einen festen, beständigen Werkstein.
28 Brauereien im Lavakeller
Der Abbau hinterließ ein weit verzweigtes unterirdisches System — und im 19. Jahrhundert fand sich dafür eine zweite Nutzung: 28 Mendiger Brauereien nutzten die unterirdischen Steinbrüche als Gär- und Lagerkeller. Unter Tage herrscht ganzjährig eine gleichbleibend niedrige Temperatur — vor der Erfindung der Kältemaschine war das der entscheidende Standortvorteil.
Der Abstieg in den Lavakeller führt über 150 Stufen. Wer sich für die vulkanische Seite der Eifel interessiert, findet den Zusammenhang im Beitrag Ist die Eifel ein aktives Vulkangebiet? — Mendig ist eines der Beispiele dafür, dass der Vulkanismus hier nicht nur Landschaft, sondern auch Wirtschaftsgeschichte gemacht hat.
Aus der Geschichte
Mendig wurde im Jahr 1041 als menedich erstmals urkundlich erwähnt. In Niedermendig bestand von etwa 1760 bis 1938 eine jüdische Gemeinde; der jüdische Friedhof ist erhalten.
Karte
Bildnachweis: Bild Lavakeller-mendig-9285 von Elke Wetzig, lizenziert unter CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.
Quellen
- Wikipedia: Mendig — Einwohnerzahl zum 31.12.2025, Lage im Laacher Vulkangebiet, Geologie und Wingertsberg-Lavastrom, Basaltlava-Abbau, 28 Brauereien im 19. Jahrhundert, Ersterwähnung 1041, jüdische Gemeinde 1760–1938
Stand der Angaben: 27.08.2026. Öffnungszeiten und Führungszeiten des Lavakellers nennen wir bewusst nicht — sie stehen beim Betreiber.