Rieden

Rieden ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz und gehört zur Verbandsgemeinde Mendig. Am 31. Dezember 2025 lebten hier 1.214 Menschen.

Ein Ort in der Caldera

Das Besondere an Rieden ist die Lage: Der Ort liegt in einem alten Vulkankessel, einer Caldera. Rundherum wird der Riedener Tuff abgebaut — vulkanisches Gestein, das seit langem industriell und handwerklich verarbeitet wird und weit über die Region hinaus Verbreitung findet. Deshalb trägt Rieden auch den Beinamen Steinmetzdorf.

Damit gehört Rieden zur selben Werksteinlandschaft wie Mayen und Mendig. Wie diese Gesteine entstanden sind, erklärt der Beitrag Wie ein Maar entsteht; den Rahmen setzt Die Vulkaneifel in Zahlen.

Rieden ist außerdem ein Passionsspielort.

St. Hubertus

Die Pfarrkirche St. Hubertus wurde vermutlich bereits in romanischer Zeit erbaut. Ein Glöckner wird im Dialogus miraculorum des Caesarius von Heisterbach — entstanden 1225 bis 1227 — als „campanarius Reyde“ genannt.

Das romanische Schiff wurde beim Erweiterungsbau von 1757 vollständig niedergerissen, ein zweiter Ausbau folgte 1856. Der Neubau wurde ab 1923 umgesetzt und am 16. Mai 1930 konsekriert; der Turm konnte kriegsbedingt erst 1949 vollendet werden. Der heilige Hubertus als Schutzpatron weist auf fränkischen Einfluss hin.

Der Ortsname

Der Name geht auf Riden(as) sartus zurück und ist verwandt mit dem althochdeutschen ruit, ruiten — „urbar machen“. Fachleute vermuten, dass der Ort auf eine Rodung aus karolingischer Zeit zurückgeht; Flurnamen wie Rottheck, Finkenroth oder Brandeich stützen das.

895 wurde Rieden erstmals erwähnt — in einer Schenkungsurkunde der adeligen Witwe und Nonne Berctrudis an die Abtei Echternach. Sie übertrug ihre Heiratsgüter aus dem Mayengau, darunter eine Siedlung und einen Herrenhof in der Rodung Ridenas, an das Kloster.

Anreise

Durch Rieden führt die Kreisstraße 19; über sie und die B 412 ist die Anschlussstelle Wehr der A 61 in etwa sieben Kilometern erreichbar. Die Buslinie 814 verbindet den Ort mit Mayen und Bad Neuenahr-Ahrweiler; ergänzend gibt es einen Taxibus.

Blick auf Rieden in der Eifel von Kirchwad aus
Rieden von Kirchwad aus gesehen

Karte

Bildnachweis: Bild Rieden (Eifel) 27 von Thomas Hummel, lizenziert unter CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.
Bild im Text: Rieden6711 von Reinhardhauke, lizenziert unter CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.

Quellen

  • Wikipedia: Rieden (Eifel) — Einwohnerzahl zum 31.12.2025, Lage in der Caldera, Riedener Tuff und Steinmetzdorf, Passionsspielort, St. Hubertus mit Baugeschichte 1757 bis 1949, Ortsnamensdeutung, Ersterwähnung 895, K 19, B 412 und Buslinie 814

Stand der Angaben: 27.08.2026. Wann Passionsspiele stattfinden, steht beim Veranstalter.