Die Dauner Maare sind die bekannteste Maargruppe der Eifel — drei Maarseen südlich von Daun, die so dicht beieinander liegen, dass sie sich an einem Nachmittag zu Fuß verbinden lassen. Was sie interessant macht, ist nicht die Nähe, sondern der Unterschied: Alle drei sind im selben Zeitraum entstanden, und trotzdem ist jedes anders geworden.
Die drei im Vergleich
| Gemündener Maar | Weinfelder Maar | Schalkenmehrener Maar | |
|---|---|---|---|
| Höhenlage | 416 m | 487 m | 422 m |
| Trichterdurchmesser | 620 m | 700 m | 1.100 m |
| Trichtertiefe | 117 m | 90 m | 90 m |
| See (N–S / W–O) | 295 / 319 m | 492 / 396 m | 554 / 502 m |
| Seetiefe | 39 m | 51 m | 21 m |
| Alter | alle drei rund 20.000 bis 30.000 Jahre (Würm-Eiszeit) | ||
| Baden | erlaubt, Naturfreibad | verboten, Naturschutzgebiet | erlaubt, Naturfreibad |
Die Tabelle enthält den auffälligsten Befund: Das Weinfelder Maar ist mit 51 Metern das tiefste der drei, obwohl sein Trichter flacher ist als der des Gemündener Maars. Und das Schalkenmehrener Maar hat mit 1.100 Metern den mit Abstand größten Trichter — aber den flachsten See. Was sich hier zeigt, ist die Verlandung: Je flacher der Trichter im Verhältnis zu seiner Weite, desto mehr Sediment hat sich seit der Explosion angesammelt.
Gemündener Maar — das kleinste, mit Badebetrieb
Das Gemündener Maar ist das kleinste der drei und liegt am tiefsten, auf 416 Metern. Sein Trichter ist mit 117 Metern der tiefste — die Explosion war hier also besonders wirksam, auch wenn der See heute nur 39 Meter misst.
Am Ufer liegen ein Naturfreibad mit Liegewiese und ein Bootsverleih. Der Geopark führt das Maar als Punkt 27 der Deutschen Vulkanstraße.
Weinfelder Maar — das stille, mit der Kapelle
Das Weinfelder Maar ist das höchstgelegene der drei, auf 487 Metern, und das tiefste. Es steht unter Naturschutz — Baden ist verboten, und es gibt keinen Betrieb am Ufer. Das macht es zum ruhigsten der drei.
Über dem Wasser steht allein eine Kapelle, dem heiligen Martin geweiht, in Teilen aus dem 14. Jahrhundert. Sie war einmal die Pfarrkirche des Ortes Weinfeld, den es nicht mehr gibt. Oberhalb liegt der Dronketurm mit Blick über die Eifel.
Der zweite Name des Maars — Totenmaar — hängt mit dem Friedhof an der Kapelle zusammen.
Schalkenmehrener Maar — das Doppelmaar
Das Schalkenmehrener Maar ist streng genommen kein einzelnes Maar, sondern ein Doppelmaar: ein westlicher Teil mit Wasser und ein östlicher, der verlandet ist. Damit lässt sich an einem Ort sehen, was mit den meisten Eifelmaaren geschehen ist.
Im verlandeten Ostteil hat sich eine Flachmoorvegetation gebildet — Weiden, Pfeifengraswiesen, Seggenriede. Der Geopark hebt den Wert als Lebensraum hervor, besonders für Wasservögel. Am westlichen Teil gibt es ein Naturfreibad.
Der Ort Schalkenmehren liegt direkt daneben.
Alle drei an einem Tag
Die drei Maare liegen so, dass sich ein Rundweg anbietet: vom Gemündener Maar hinauf zum Weinfelder Maar — das ist der Höhenunterschied von 416 auf 487 Meter und die einzige nennenswerte Steigung —, dann hinüber zum Schalkenmehrener Maar und zurück.
Wer nur eines ansehen will, entscheidet nach dem, was er sucht: Badebetrieb am Gemündener oder Schalkenmehrener Maar, Ruhe und Aussicht am Weinfelder Maar.
Karte
Bildnachweis: Bild Dauner Maare, Weinfelder Maar oder Totenmaar von Wolkenkratzer, lizenziert unter CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.
Quellen
- Geopark Vulkaneifel: Gemündener Maar
- Geopark Vulkaneifel: Weinfelder Maar
- Geopark Vulkaneifel: Schalkenmehrener Maar
Stand der Angaben: 25.08.2026. Öffnungszeiten und Preise der Badebetriebe stehen hier bewusst nicht.
4 Kommentare zu „Die Dauner Maare: Gemündener, Weinfelder und Schalkenmehrener Maar“
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