Gerolstein

Gerolstein an der Kyll ist eine Stadt im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz und Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Mit 7.198 Einwohnern (31. Dezember 2025) ist sie knapp hinter der Kreisstadt Daun die zweitgrößte Gemeinde des Landkreises — flächenmäßig aber die größte. Gerolstein ist staatlich anerkannter Luftkurort und in der Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.

Die Gerolsteiner Dolomiten

Was Gerolstein von anderen Eifelorten unterscheidet, ist der Fels. Über der Kyll ragen die Gerolsteiner Dolomiten rund 100 Meter auf — ein devonisches Kalkriff, also der Rest eines tropischen Meeresbodens, der hier vor mehreren hundert Millionen Jahren lag. Ein Spaziergang führt hinauf.

Das ist geologisch ein anderes Kapitel als die Eifelmaare wenige Kilometer weiter östlich: Dort geht es um Vulkanismus der letzten hunderttausend Jahre, hier um Sedimente aus dem Erdaltertum. Beides in einer Tagesfahrt zu sehen, ist die eigentliche Besonderheit dieser Gegend.

Höhlen und frühe Besiedlung

Aus der Umgebung sind mit dem Buchenloch und der Magdalenahöhle zwei Fundstellen der Altsteinzeit bekannt. Sie belegen die Anwesenheit sowohl des Neandertalers als auch der ersten modernen Menschen. Das Buchenloch ist eine 36 Meter lange Karsthöhle und war bereits in der Steinzeit bewohnt.

In der Bronzezeit nutzten Kelten die Dietzenley als Fliehburg; aus römischer Zeit sind Tempel und Behausungen in Resten erhalten. Wer eine vergleichbare Höhle sehen will: In Mechernich liegt die Kakushöhle mit Funden aus derselben Epoche.

Weitere Ziele

  • Das Trockenmaar Papenkaule — ein Maar ohne Wasser, wie die meisten der Eifel
  • Die Mühlsteinhöhlen (Eishöhlen) bei Roth
  • Ein Naturkundemuseum und ein Kreisheimatmuseum
  • Die Burg Lissingen und die Erlöserkirche
  • Der Juddekirchhof, ein römischer Tempelbezirk, und die Villa Sarabodis

Der Gerolsteiner Brunnen

Im Ort sitzt die Getränkefirma Gerolsteiner Brunnen. Nach eigener Darstellung wird hier nachweislich seit 1724 Wasser abgefüllt und verkauft. Der kohlensäurehaltige Mineralwassersprudel ist selbst ein Nachhall des Eifelvulkanismus — das Kohlendioxid stammt aus dem Untergrund, so wie beim Laacher See und beim Geysir Andernach.

Blick auf Gerolstein, im Vordergrund die Gerolsteiner Dolomiten am Auberg
Gerolstein mit den Dolomiten am Auberg

Anreise

Gerolstein liegt an der Bundesstraße 410, die von der luxemburgischen Grenze bei Dasburg bis nach Hirten bei Mayen führt und den Ort an die Anschlussstelle 118 der A 1 anbindet.

Der Bahnhof Gerolstein liegt an der Eifelstrecke Köln–Euskirchen–Gerolstein–Trier. Damit ist der Ort einer der wenigen in der Vulkaneifel, die sich gut ohne Auto erreichen lassen — was für Wanderer entscheidend sein kann. Wege in der Umgebung sammelt In der Eifel wandern.

Karte

Bildnachweis: Bild Gerolstein 008x von Wolkenkratzer, lizenziert unter CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.
Bild im Text: 00 0724 Gerolstein – Eifel von W. Bulach, lizenziert unter CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.

Quellen

  • Wikipedia: Gerolstein — Einwohnerzahl zum 31.12.2025, Luftkurort und Mittelzentrum, Gerolsteiner Dolomiten, Buchenloch und Magdalenahöhle, Dietzenley, Papenkaule, Gerolsteiner Brunnen seit 1724, B 410 und Eifelstrecke

Stand der Angaben: 27.08.2026. Öffnungszeiten der Museen und Höhlen nennen wir bewusst nicht — sie ändern sich saisonal.