Museen zum Vulkanismus in der Eifel

Die Vulkaneifel lässt sich erwandern, aber vieles daran ist im Gelände nicht zu sehen: Ein Trockenmaar sieht aus wie eine Wiese, ein Schlackenkegel wie ein Hügel. Fünf Museen zwischen Mendig und Manderscheid übersetzen das — jedes auf seine Art, und jedes mit mindestens einem Exponat, das anderswo nicht steht.

Dieser Beitrag stellt sie vor, mit Preisen und Öffnungszeiten nach dem Stand vom 30. August 2026. Wo Quellen sich widersprechen, steht das ausdrücklich dabei.

Fünf Häuser, zwei Regionen

Die Aufteilung folgt der Landschaft. In der Westeifel — dem Natur- und UNESCO Global Geopark Vulkaneifel — geht es um Maare und Lava. In der Osteifel, im Vulkanpark rund um den Laacher See, geht es um das, was der Mensch aus dem Vulkangestein gemacht hat: Tuff, Basalt, Mühlsteine, Bims.

HausOrtTrägerErwachsene
Lava-Dome mit LavakellerMendigStadt Mendig8,50 € · Kombi 10,50 €
Eifel-VulkanmuseumDaunLandkreis Vulkaneifel3,00 €
VulkanhausStrohnOrtsgemeinde Strohn3,00 €
MaarmuseumManderscheidsiehe unten3,00 €
Vulkanpark-InfozentrumPlaidtVULKANPARK GmbH4,50 €
Preise für Erwachsene ohne Ermäßigung, Stand 30.08.2026. Quellen im Quellenverzeichnis.

Vier dieser fünf Häuser sind zugleich Stationen der Deutschen Vulkanstraße: das Infozentrum als Nummer 5, der Lava-Dome als 6, das Eifel-Vulkanmuseum als 28, das Maarmuseum als 38. Die Lavabombe vor dem Vulkanhaus Strohn ist Station 23.

Westeifel: Daun, Strohn, Manderscheid

Eifel-Vulkanmuseum Daun

Das Haus des Landkreises Vulkaneifel sitzt im alten Dauner Landratsamt in der Leopoldstraße und ist als Ergänzung zu den Geopfaden in Hillesheim, Manderscheid und Gerolstein entstanden. Gezeigt werden dreidimensionale Landschaftsmodelle von Schlackenkegeln, Maaren und Mineralquellen.

Das Museum ist bewusst zum Anfassen gebaut. Der Geopark beschreibt eine Station so: „Ein paar kräftige Tritte auf ein Pedal und rotes Magma wird durch eine Röhre gepumpt“ — Besucher lösen den Ausbruch selbst aus. Auf einer großen Karte zur Plattentektonik leuchten aktive Vulkane per Knopfdruck auf. Im Untergeschoss liegt das Schulungszentrum des Geo-Zentrums Vulkaneifel. Über eine Rampe ist das Haus barrierefrei erreichbar, innen stufenlos.

Saison 2026: 31. März bis 31. Oktober, Dienstag bis Sonntag 11:00–16:30 Uhr, montags geschlossen. Von Anfang November bis Anfang April ist Winterpause; Führungen sind auch dann nach Terminvereinbarung möglich. Erwachsene zahlen 3,00 €, mit digitaler Gästekarte 2,50 €; Kinder von 5 bis 15 Jahren 1,50 €. Geburtstagskinder jeden Alters kommen frei hinein.

Ich bin hier unsicher: Ausstellungsfläche und Gründungsjahr des Hauses ließen sich weder beim Landkreis noch beim Geopark noch bei Wikipedia finden.

Vulkanhaus Strohn

Das kleinste Haus mit dem größten Exponat. Vor dem 2002 eröffneten Vulkanhaus der Ortsgemeinde Strohn liegt die Strohner Lavabombe: fast 120 Tonnen schwer, fast fünf Meter im Durchmesser. Sie löste sich 1969 bei einer Sprengung im Steinbruch am Wartgesberg aus fünfzehn Metern Höhe. Wie sie an ihren heutigen Platz kam, ist die eigentliche Geschichte: Strohner Bürger zogen sie im Winter 1980/81 mit einer Planierraupe über die gefrorene Schneedecke.

Drinnen steht das zweite Prachtstück, die Lavaspaltenwand — sechs Meter lang, vier Meter hoch, mit tropfenförmigen Anschmelzstrukturen und blauschillernden Eisenoxid-Überzügen. Das Museum nennt sie „ein erdgeschichtliches Denkmal von europaweiter Bedeutung“. Sie stammt aus dem mittleren Schlackenvulkan des Wartgesbergs (die Quellen sprechen von 12.000 bis zu 30.000 Jahren Alter).

Insgesamt sind es zwölf Themenstationen auf zwei Geschossen, von „Die Erde im Wandel“ über „Wenn Feuer auf Wasser trifft“ bis „Verkochte Steine“. Wissenschaftlich betreut wurde der Aufbau von Dr. Michael Wuttke vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz; Museumsleiter ist der Geologe Dr. Martin Koziol. Im Haus gibt es ein Vulkan-Café mit Terrasse.

Achtung bei der Planung: Von April bis Oktober ist Mittwoch bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet — montags und dienstags ist Ruhetag. Im Winter, von November bis März, gilt Donnerstag bis Sonntag 12:00 bis 17:00 Uhr. Erwachsene zahlen 3,00 €, Kinder ab 4 Jahren 2,00 €.

Maarmuseum Manderscheid

Das Haus in der Wittlicher Straße erklärt, was ein Maar ist — mit einem begehbaren Maarmodell, Schaukästen voller Eifel-Landschaften im Kleinformat und der Simulation „Terranaut“, die den Besucher binnen weniger Minuten zum Erdmittelpunkt fahren lässt. Wer sich fragt, wie das in Wirklichkeit abläuft: Wie ein Maar entsteht.

Das bekannteste Exponat kommt aber nicht aus der Vulkanologie, sondern aus der Paläontologie: das Original des Eckfelder Urpferdchens, 1991 im Eckfelder Maar gefunden. Dazu die älteste Honigbiene der Welt. Die Stücke sind Dauerleihgaben der Landessammlung für Naturkunde Rheinland-Pfalz. Das Eckfelder Maar ist nach Angabe der Kulturdatenbank des Landes Rheinland-Pfalz rund 44,3 Millionen Jahre alt; touristische Quellen runden das gern auf 45 Millionen auf.

Das Gebäude selbst ist sehenswert: um 1927 in expressionistisch beeinflussten Formen des Neuen Bauens als Festsaal und Turnhalle errichtet, denkmalgeschützt, von 1996 bis 1999 um einen dreigeschossigen Anbau mit Bibliothek, Forschungslabor und Arbeitsräumen für Gastforscher erweitert. Das Land Rheinland-Pfalz förderte Renovierung und Ausstellung zu 80 Prozent. Ich bin hier unsicher: Die englischsprachige Wikipedia datiert den Bau auf 1930; eine amtliche Klärung haben wir nicht gefunden.

Zur Trägerschaft können wir nichts Sicheres sagen. Die Kulturdatenbank des Landes führt als Träger einen „eingetragenen Verein“, ohne den Namen zu nennen; Tourismusportale nennen die GesundLand Vulkaneifel GmbH, was aber auch schlicht der Datenlieferant sein kann. Belegt ist dagegen die enge Verbindung zum Vulkanhaus Strohn: gemeinsame E-Mail-Adresse, gemeinsame Buchungshotline, derselbe Museumsleiter — und eine Kombi-Karte für beide Häuser zu 4,50 € für Erwachsene statt zweimal 3,00 €.

Saison 2026: 14. April bis 31. Oktober, 14:00 bis 17:00 Uhr. Bei den Öffnungstagen gehen die Angaben auseinander: Die Tourismusportale nennen Dienstag bis Sonntag, die Kulturdatenbank des Landes dagegen Dienstag bis Samstag mit Ruhetag am Sonntag. Am besten vorher anrufen und die Öffnungszeiten erfragen — besonders vor einem Sonntagsbesuch.

Kontakt Maarmuseum Manderscheid: Wittlicher Straße 11, 54531 Manderscheid. Telefon 06572 920312 (auch Buchung von Führungen und Gruppenanmeldung, gemeinsam mit dem Vulkanhaus Strohn) oder 06572 920310. E-Mail: MuseenStrohnManderscheid@t-online.de. Ein Hinweis dazu: Die Adresse maarmuseum.de ist inhaltlich auf dem Stand von 2014 stehengeblieben und technisch instabil — aktueller sind die Seiten der GesundLand Vulkaneifel.

Führung in den Lavakellern unter Mendig
Die Lavakeller unter Mendig — 32 Meter tief, konstant 8 bis 9 Grad, nur mit Führung zu betreten.

Osteifel: Mendig und der Vulkanpark

Lava-Dome und Lavakeller, Mendig

Das größte der fünf Häuser, eröffnet am 30. Juli 2005, getragen von der Stadt Mendig. Auf 700 Quadratmetern gliedert es sich in drei Bereiche: „Land der Vulkane“, „Vulkanwerkstatt“ und „Zeit der Vulkane“. In der Vulkanwerkstatt stehen zehn interaktive Versuchsstationen. Die Ausstellung entwarf das Stuttgarter Büro Milla & Partner, fachlich beraten von der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft und der Forschungsstelle Mayen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums.

Der eigentliche Grund hinzufahren liegt aber unter dem Haus. Die Lavakeller sind ein Netz historischer Basalt-Abbaukeller, das sich auf nahezu drei Quadratkilometern in 32 Metern Tiefe unter der Stadt erstreckt. Hinunter geht es über rund 150 Treppenstufen, zu betreten nur mit Führung, Dauer etwa eine Stunde, konstant 8 bis 9 Grad — eine Jacke ist auch im August keine schlechte Idee.

Museum und Keller sind über Aufzüge barrierefrei; je ein Rollstuhl steht zum Ausleihen bereit. Hunde dürfen außer Blinden- und Assistenzhunden nicht mit.

Der Lava-Dome in Mendig, Deutsches Vulkanmuseum
Der Lava-Dome in Mendig. Unter dem Gebäude beginnt der Abstieg in die Lavakeller.

Öffnungszeiten und Preise: Das Museum hat ganzjährig Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10:00 bis 17:30 Uhr geöffnet, letzter Einlass 16:45; in den Ferien von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen auch montags. Geschlossen ist vom zweiten Advent bis zum 25. Dezember, am 1. Januar, vom Ende der Weihnachtsferien bis zum 31. Januar und über Karneval. Kellerführungen laufen Dienstag bis Freitag um 13:30 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen sowie in den Ferien zusätzlich um 12:00 und 15:00 Uhr; Tickets gibt es nur vor Ort, öffentliche Führungen lassen sich nicht reservieren. Erwachsene zahlen 8,50 € für das Museum, 6,50 € für den Keller und 10,50 € für beides.

Bitte überprüfen: Die Tourismusseite der Vulkanregion Laacher See nennt engere Saisonzeiten als das Museum selbst. Maßgeblich sind die Angaben auf lavadome.de.

Vulkanpark-Infozentrum Rauschermühle, Plaidt

Die zentrale Anlaufstelle des Vulkanparks zwischen Plaidt und Saffig, im Jahr 2000 als erstes von sieben Info- und Erlebniszentren eröffnet. Zwei Ausstellungsbereiche — „Geologie und Vulkanologie“ sowie „Archäologie und Technikgeschichte“ —, dazu ein Kinosaal mit zwei Filmen: „Vulkane der Osteifel – eine heiße Geschichte“ und „SteinZeiten – Auf den Spuren einer alten Industrie“. Draußen liegt ein Steinerlebnisgarten, drinnen steht das Modell eines römischen Frachtschiffs.

Es ist das einzige Haus im Vulkanpark, das ganzjährig geöffnet hat: vom 15. März bis 31. Oktober Dienstag bis Sonntag und feiertags 10:00–17:00 Uhr, im Winterhalbjahr 11:00–16:00 Uhr. Erwachsene 4,50 €, ermäßigt 3,00 €, Kinder bis fünf Jahre frei. Rollstuhlgerecht.

Ein praktischer Hinweis: Die Rauschermühlenstraße in Plaidt ist an Wochenenden, Feiertagen und Brückentagen für die Durchfahrt gesperrt. Dann führt der Weg über die B 256 bis zur Ampelkreuzung bei Plaidt und von dort dem braunen Schild „Vulkanpark i-Zentrum“ nach.

Was noch dazugehört

Der Vulkanpark umfasst mehr als ein Museum. Drei Ziele lohnen sich besonders, sind aber keine Museen im engeren Sinn:

  • Römerbergwerk Meurin bei Kretz — nach Angabe des Betreibers das einzige begehbare römische Tuffbergwerk Europas, Abbau um 300 nach Christus, mit rekonstruiertem unterirdischem Heiligtum und einer „Antiken Technikwelt“ aus zehn Stationen samt wassergetriebener Steinsägemaschine und antikem Kran. Ausgezeichnet mit dem Europa-Nostra-Preis. Saison 15. März bis 31. Oktober, montags geschlossen, Erwachsene 7,00 €.
  • Erlebniswelten Grubenfeld in Mayen — 7.000 Jahre Basaltabbau, mit Kraftmaschinen zum Sprengen, Göpeln, Kranen und Heben. Saison 17. März bis 1. November, montags und freitags geschlossen, Erwachsene 6,00 €.
  • Geysir Andernach — Museum plus Schiffsfahrt zur Halbinsel Namedyer Werth, wo die Fontäne steigt. Saison 22. März bis 31. Oktober, täglich. Das Kombiticket kostet 21,50 € und ist damit das teuerste Angebot der Region — es enthält aber die Schifffahrt und braucht einen halben Tag.

Derzeit nicht regulär zugänglich: Das Deutsche Bimsmuseum in Kaltenengers — eine ehemalige Schwemmsteinfabrik mit großem Außengelände voller originaler Kräne, Gleise und Maschinen — ist „aus personellen Gründen bis auf Weiteres für den regulären Besuch geschlossen“. Ein Besuch ist nur nach Anmeldung eine Woche im Voraus möglich. Ein Datum für die Wiedereröffnung nennt der Vulkanpark nicht.

Was das für die Planung heißt

Drei Punkte, an denen Ausflüge regelmäßig scheitern:

  • Der Ruhetag ist nicht überall derselbe. Die meisten Häuser schließen montags — das Vulkanhaus Strohn aber montags und dienstags, die Erlebniswelten Grubenfeld montags und freitags. Wer eine Dienstagsrunde plant, kommt in Strohn vor eine verschlossene Tür.
  • Der Winter ist kurz gehalten. Von November bis März haben in der Westeifel nur Führungen nach Vereinbarung Bestand; in der Osteifel bleiben allein der Lava-Dome und das Infozentrum Plaidt offen. Das Eifel-Vulkanmuseum, das Maarmuseum, das Römerbergwerk und der Geysir machen Winterpause.
  • Zwei Häuser lassen sich günstig verbinden. Für das Maarmuseum Manderscheid und das Vulkanhaus Strohn gibt es eine Kombi-Karte: 4,50 € für Erwachsene, 2,50 € für Kinder, 6,00 € für eine Familie mit drei Kindern. Die beiden Orte liegen rund eine Viertelstunde Fahrt auseinander.

Wie sich die Häuser in die Landschaft einordnen und welche Wege sie verbinden, steht im Beitrag Die Vulkaneifel als Reiseziel. Die gemessenen Werte zu Maaren, Ausbrüchen und Beben sammelt Die Vulkaneifel in Zahlen.

Bildnachweis: Beitragsbild „Strohn lava bomb“ von OutcropWizard, lizenziert unter CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons. Bilder im Text: „Lava-Dome Mendig 2010″ und „Lavakeller Mendig 2010″ von Holger Weinandt, lizenziert unter CC BY-SA 3.0 DE, über Wikimedia Commons. Alle für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.

Quellen

Stand der Angaben: 30.08.2026. Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich; vor dem Besuch bitte beim jeweiligen Haus gegenprüfen.

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