Das Meerfelder Maar bei Manderscheid ist der größte Maartrichter der Eifel — und das Maar, bei dem man am ehesten übersieht, dass man in einem steht. Der Kessel ist so weit, dass ein ganzes Dorf darin Platz hat: Meerfeld liegt im Trichter, nicht daneben.
Die Zahlen
| Lage | 50° 06′ 02″ N / 6° 45′ 27″ E, bei Meerfeld und Deudesfeld |
| Höhe des Wasserspiegels | 336,6 m über Normalnull |
| Maarkessel | 1.400 m (Ost–West) × 1.200 m (Nord–Süd) |
| Fläche des Kessels | rund 125 Hektar |
| Höchster Punkt des Kraterrands | 515,9 m über Normalnull |
| Ausdehnung des Sees | 780 m (West–Ost) × 490 m (Nord–Süd) |
| Größte Wassertiefe | 17 m |
| Alter | mindestens 30.000 Jahre, nach neueren Untersuchungen rund 40.000 Jahre |
Der Vergleich macht die Größenordnung greifbar: Das Pulvermaar hat einen Trichter von 651 bis 735 Metern, das Schalkenmehrener Maar einen von rund 1.100 Metern. Das Meerfelder Maar liegt mit 1.400 auf 1.200 Metern deutlich darüber — sein Kessel nimmt rund 125 Hektar ein.
Warum der See so flach ist
Der See füllt nur einen kleinen Teil des Kessels: 780 auf 490 Meter Wasser in einem Trichter von 1.400 auf 1.200 Metern, und an der tiefsten Stelle stehen 17 Meter. Alles darunter ist Füllung — zuerst das Auswurfmaterial, das direkt nach der Explosion zurückfiel, darüber Jahrtausende von Sediment.
Dazu kommt ein menschlicher Eingriff: Der Seespiegel wurde durch künstliche Entwässerung um zwei Meter abgesenkt. Der See ist also nicht nur verlandet, er wurde auch abgelassen.
Mit mindestens 30.000 und nach neueren Untersuchungen rund 40.000 Jahren gehört das Meerfelder Maar zu den älteren der Eifel. Zum Vergleich: Der Trichter des Pulvermaars ist rund 20.000 Jahre alt, das Ulmener Maar gilt als der jüngste Vulkan Deutschlands. Das Alter erklärt, warum der Wall hier weniger deutlich hervortritt als am Pulvermaar — über Zehntausende von Jahren trägt die Erosion viel ab.
Das wissenschaftlich wichtigste Maar der Eifel
Was das Meerfelder Maar über die Landschaft hinaus bedeutsam macht, liegt am Grund des Sees. Ein Bohrkern von 45 Metern Länge dokumentiert dort 25.000 Jahre Klimageschichte — Schicht für Schicht, Jahr für Jahr.
Das funktioniert, weil ein Maarsee ein geschlossenes Becken ist: kein nennenswerter Zufluss, kein Abfluss, keine Strömung, die die Ablagerungen durcheinanderbringt. Was hineinfällt — Pollen, Staub, Vulkanasche, Blütenstaub eines bestimmten Frühjahrs — bleibt in der Reihenfolge liegen, in der es angekommen ist.
Deshalb hat die Internationale Union der Geowissenschaften das Meerfelder Maar 2008 als regionale Typlokalität festgelegt — für die Definition der erdgeschichtlichen Grenze zwischen Pleistozän und Holozän. Anders gesagt: Der Übergang von der Eiszeit zur Nachwärmezeit wird für diese Region an einem Bohrkern aus der Eifel definiert.
Vor Ort
Wer die Größe des Trichters sehen will, muss auf den Rand. Vom Ufer aus wirkt das Maar wie ein normaler See in einer weiten Mulde; erst von oben ist erkennbar, dass die gesamte Senke mitsamt Ortschaft im Krater liegt. Der höchste Punkt des Kraterrands liegt fast 180 Meter über dem Wasserspiegel.
Das Maar liegt zwischen Meerfeld und Deudesfeld, wenige Kilometer von Manderscheid entfernt.
Karte
Bildnachweis: Bild Meerfelder Maar 01 von Thomas Hummel, lizenziert unter CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.
Quellen
- Wikipedia: Meerfelder Maar — Maße des Kessels und des Sees, Höhen, Wassertiefe, Alter
- Natur- und Geopark Vulkaneifel: Meerfelder Maar — Koordinaten, Bohrkern, Typlokalität, Absenkung des Seespiegels
Stand der Angaben: 27.08.2026.