Kloster Steinfeld ist eine ehemalige Prämonstratenserabtei mit einer bedeutenden Basilika aus dem frühen 12. Jahrhundert. Weithin sichtbar auf einer Anhöhe im Süden der Gemeinde Kall gelegen, bildet das „Eifelkloster“ mit wenigen umliegenden Häusern den Ortsteil Steinfeld.
Von 1070 bis zur Säkularisation
Die Anfänge reichen bis etwa 920 zurück, die erste klösterliche Niederlassung in Steinfeld ist für 1070 belegt. 1130 übernahmen die Prämonstratenser das Kloster, 1184 erhielt Steinfeld den Status einer Abtei. Die Reihe der 44 Äbte endete 1802 mit der Säkularisation.
Die Basilika
Die Kirche entstand zwischen 1142 und 1150 und gilt als eine der frühesten deutschen Gewölbekirchen — das ist ihre eigentliche kunsthistorische Bedeutung. Den Ehrentitel Basilica minor erhielt sie 1960.
In der Mitte der Kirche liegt das Grab Hermann Josephs von Steinfeld. Das eigentliche Grabmal aus Urfter Marmor stammt von 1701, bedeckt von einer 1732 hergestellten Platte mit einer liegenden Figur aus Alabaster.

Die König-Orgel
Vollendet wurde die Orgel 1727 von Balthasar König aus Bad Münstereifel. Sie entstand zunächst mit 29 Registern. 1981 wurde sie von der Orgelbauwerkstatt Weimbs aus Hellenthal aufwendig im ursprünglich barocken Stil restauriert. Heute hat sie 1.956 Pfeifen und 35 klingende Register.
Die Fenster, die nach London gingen
Die Glasfenster des Kreuzgangs wurden zwischen 1526 und 1557 hergestellt. Nach der Säkularisation wurden sie über Köln nach England verkauft; der Großteil befindet sich heute im Victoria and Albert Museum in London. Wer in Steinfeld steht, sieht also einen Kreuzgang, dessen berühmtester Bestandteil seit gut zwei Jahrhunderten woanders hängt.
Heute
Seit 1923 ist die Klosteranlage im Besitz des Salvatorianerordens. Die Stiftung Kloster Steinfeld ist Trägerin des Hermann-Josef-Kollegs, eines Gästehauses und der Kunstakademie Kloster Steinfeld. Das Internat wurde 2013 geschlossen, seit 2015 gibt es Gästehaus und Kunstakademie in der heutigen Form.
Karte
Bildnachweis: Beitragsbild „Steinfeld Kloster 102″ von GFreihalter, lizenziert unter CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.
Bild im Text: Steinfeld König-Orgel von Karl-Heinz Meurer, lizenziert unter CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.
Quellen
- Wikipedia: Kloster Steinfeld — Niederlassung 1070, Prämonstratenser 1130, Abtei 1184, Basilika 1142–1150, Basilica minor 1960, König-Orgel 1727, Glasfenster 1526–1557, Salvatorianer seit 1923
Stand der Angaben: August 2026.