Kaisersesch

Kaisersesch ist eine Stadt im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz und Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Am 31. Dezember 2025 lebten hier 3.268 Menschen. In der Landesplanung ist die Stadt als Grundzentrum ausgewiesen.

Der schiefe Kirchturm

Wahrzeichen der Stadt ist der schiefe Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert. Er gehört zur katholischen Pfarrkirche St. Pankratius, die zwischen 1898 und 1900 nach Plänen des Architekten Lambert von Fisenne errichtet wurde — der Turm ist also deutlich älter als das Kirchenschiff, an dem er heute steht.

Der Römerwall

Südwestlich der Stadt, im Waldgebiet Langheck, verläuft die noch sichtbare Trasse der römischen Straße zwischen Andernach und Trier — im Volksmund „Römerwall“. Ihr Verlauf ist streckenweise identisch mit einer mittelalterlichen Landwehr. Zusammen mit vorrömischen Hügelgräbern im selben Waldgebiet und einem römischen Brandgräberfeld im Bereich der heutigen Bahnhofstraße belegt sie, dass hier lange vor der ersten Urkunde gesiedelt wurde.

Gut begehbar ist außerdem der alte Postkutschenweg über Landkern nach Cochem, südlich der A 48 und östlich der L 98 im Gelände deutlich erkennbar.

Das „Alte Gefängnis“

Im historischen Ortskern steht das ehemalige kurtrierische Amtshaus — ein Burgmannenhaus mit mittelalterlichem Kern, im Ort „Altes Gefängnis“ genannt. Heute ist darin das Heimatmuseum untergebracht.

Aus der Geschichte

Zwischen 1051 und 1056 wurde der Ort „Esch“ erstmals in Schenkungsurkunden erwähnt — die allerdings als unsicher oder verfälscht gelten. Seit 1294 war Esch als Gerichtsort Teil Kurtriers und später Sitz des Amtes Kaisersesch. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Stadt 1689 zerstört — dasselbe Jahr, in dem auch die Reichsburg Cochem fiel.

Anreise

Kaisersesch hat einen Haltepunkt an der Eifelquerbahn. Zwischen Kaisersesch und Andernach verkehren die Regionalbahnlinien RB 23 und RB 38, mit Anschluss in Andernach Richtung Köln oder Koblenz; die RB 38 fährt durch bis Koblenz Hauptbahnhof. In den Sommermonaten wurden über mehrere Jahre Schienenbusse und Dampfzüge auf der Eifelquerbahn über Ulmen und Daun nach Gerolstein angeboten.

Die Stadt liegt unmittelbar an der A 48 — für Eifelverhältnisse eine ungewöhnlich direkte Autobahnanbindung.

Karte

Bildnachweis: Bild Kaisersesch, Depeschenreiterbrunnen – Gerichtswappen 1554 von Lothar Spurzem, lizenziert unter CC BY-SA 2.0 DE, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.

Quellen

  • Wikipedia: Kaisersesch — Einwohnerzahl zum 31.12.2025, Grundzentrum, Hügelgräber und Römerwall in der Langheck, Postkutschenweg, St. Pankratius 1898–1900 mit schiefem Turm des 14. Jahrhunderts, Altes Gefängnis, Ersterwähnung 1051–1056, Gerichtsort seit 1294, Zerstörung 1689, Eifelquerbahn und A 48

Stand der Angaben: 27.08.2026. Ob und wann Sonderfahrten auf der Eifelquerbahn stattfinden, steht bei den Betreibern.