Monschau

Monschau liegt in der Rureifel, rund 30 Minuten Fahrzeit von Aachen entfernt, und ist der wohl bekannteste Ort der Nordeifel. Die Altstadt drängt sich in ein enges Tal, durch das die Rur fließt; darüber steht die Burg. Schieferverkleidete Häuser, Fachwerkfassaden am Wasser und schmale Gassen machen den Ort zu einem Ausflugsziel, das an Sommerwochenenden und im Advent voll wird. Verwaltungsmäßig gehört Monschau zur Städteregion Aachen, landschaftlich zum Naturpark Hohes Venn – Eifel.

Wer nur einen halben Tag hat, sieht die drei Wahrzeichen: Rotes Haus, Fachwerk an der Rur und Burg. Wer länger bleibt, hat zwei Eifelsteig-Etappen und den RurUfer-Radweg vor der Haustür.

Die Altstadt von Monschau

Der historische Kern ist klein und in einer guten Stunde zu Fuß abgelaufen. Die Rur teilt ihn in zwei Hälften, verbunden über mehrere Brücken und Stege — von dort stammen die Blicke auf die Fachwerkzeilen, die auf den meisten Bildern von Monschau zu sehen sind. Der Ort war jahrhundertelang eine Tuchmacherstadt; die Feintuchherstellung brachte im 18. Jahrhundert das Geld, aus dem die auffälligsten Bürgerhäuser gebaut wurden. Wer die Altstadt nicht auf eigene Faust erlaufen will: die Stadt weist dafür den Rundweg 15 aus.

Bis 1918 hieß der Ort Montjoie. Die Umbenennung in Monschau erfolgte am 9. August 1918 durch kaiserlichen Erlass. Die erste Erwähnung fällt ins Jahr 1198; Stadtrechte bestehen seit 1352.

Das Rote Haus

Das Rote Haus an der Laufenstraße 10 ist das Wohn- und Geschäftshaus, das der Tuchmacher und Kaufmann Johann Heinrich Scheibler um 1760 errichten ließ. Heute ist es ein Museum: dreizehn vollständig eingerichtete Wohnräume, dazu eine Ausstellung im Hausteil „Zum Pelikan“, wo früher Handel und Produktion geleitet wurden. Das bekannteste Stück ist die Wendeltreppe aus Eichenholz, die sich über drei Etagen windet und mit einundzwanzig geschnitzten Puttenszenen besetzt ist. Dazu kommen ein Herrenzimmer mit Leinwandtapete, eine Küche mit Messing- und Kupferkesseln und Kontorräume mit Stoffmustersammlungen.

Das Haus zeigt in einem Gebäude, was die Tuchmacherzeit für Monschau bedeutet hat — deshalb lohnt es sich auch für Besucher, die sonst keine Museen ansteuern.

Die Burg Monschau

Die Burg Monschau steht auf dem Felssporn über der Altstadt und ist von fast jedem Punkt im Tal zu sehen. Sie entstand vermutlich zu Beginn des 13. Jahrhunderts und wurde im 14. Jahrhundert weiter ausgebaut. Seit der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg liegt im Westflügel eine Jugendherberge — die Burg wird deshalb bis heute als Jugendburg genutzt und ist ein klassisches Ziel für Klassenfahrten. Eine Randnotiz, die in Monschau gern erzählt wird: Christo hat die Burg 1971 verpackt.

Der Aufstieg von der Altstadt ist kurz, aber steil. Oben lohnt der Blick über die Dächer und ins Rurtal.

Die Historische Senfmühle

Die Historische Senfmühle wurde 1882 erbaut und ist seitdem in Familienbesitz. Zwischen alten Mühlsteinen entsteht dort bis heute handwerklich der Monschauer Senf, die Moutarde de Montjoie. Die Mühle ist als technisches Denkmal erhalten und lässt sich besichtigen; der Laden führt die Senfsorten, und im angeschlossenen Betrieb finden Verkostungen und Mühlenabende statt.

Wandern in und um Monschau

Monschau ist ein Etappenort des Eifelsteigs. Zwei Etappen treffen sich hier, beide am Parkplatz Burgau:

EtappeVerlaufLängeAuf- / AbstiegGehzeit
Etappe 2Roetgen → Monschau17,0 km334 / 343 hm4:30 h
Etappe 3Monschau → Einruhr24,3 km786 / 903 hm6:30 h
Angaben nach eifelsteig.de, abgerufen am 25.08.2026.

Etappe 2 führt aus Roetgen mehrfach über die belgische Grenze und durch das Hohe Venn, bevor sie Monschau erreicht. Etappe 3 ist die deutlich anstrengendere von beiden — 786 Höhenmeter im Anstieg — und endet am Rursee. Wer nicht gleich eine ganze Etappe gehen will, findet in den Nachbartälern kürzere Rundwege; einen Überblick gibt der Beitrag In der Eifel wandern.

Mit dem Rad: RurUfer-Radweg und Vennbahn

Der RurUfer-Radweg ist 162 Kilometer lang. Er beginnt am Signal de Botrange in Belgien, dem höchsten Punkt des Landes, und endet im niederländischen Roermond. Monschau liegt an der oberen Hälfte der Strecke, danach folgen Einruhr, Heimbach und Jülich.

Dazu kommen der Vennbahnradweg auf der alten Bahntrasse zwischen Aachen und Luxemburg und die Eifel-Höhen-Route, die als Rundkurs um den Nationalpark Eifel führt. Gemeinsam ist allen drei Wegen: rund um Monschau sind Höhenmeter zu fahren. Wer das lieber mit Motorunterstützung angeht, ist damit in dieser Ecke gut beraten.

Parken in Monschau

Die Altstadt ist eng und für Autos weitgehend ungeeignet — geparkt wird an den Rändern. Der bekannteste Parkplatz ist der Parkplatz Burgau nördlich der Altstadt; dort beginnen und enden auch die beiden Eifelsteig-Etappen. Weitere Stellflächen liegen an den Zufahrtsstraßen. An Sommerwochenenden und während des Weihnachtsmarkts füllen sich die Plätze früh; früh anreisen oder auf die weiter außen gelegenen Flächen ausweichen ist dann der bessere Plan.

Was sich außerdem lohnt

  • Modelbaupark mit Glashütte, Handwerkermarkt, Sandskulpturen und Lernort Natur
  • Kunst- und Kulturzentrum KuK mit wechselnden Ausstellungen
  • Caffee-Rösterei in der Altstadt
  • Vennbad für Regentage und heiße Tage gleichermaßen
  • Kunsthandwerksläden, Cafés und Gaststätten entlang der Rur — die Hauptbeschäftigung der meisten Tagesgäste

Karte von Monschau

Quellen und weiterführende Links

Öffnungszeiten und Eintrittspreise nennen wir hier bewusst nicht — sie ändern sich saisonal. Die aktuellen Angaben stehen auf den verlinkten Seiten der Betreiber.