Nationalpark Eifel

Der Nationalpark Eifel ist der 13. Nationalpark in Deutschland und der erste in Nordrhein-Westfalen. Er liegt inmitten des Naturparks Hohes Venn–Eifel und wurde am 1. Januar 2004 eingerichtet. Das Gebiet ist rund 10.770 Hektar groß.

Was „Prozessschutz“ hier bedeutet

Ein Nationalpark ist kein Park im Sinne von gepflegt. Das Prinzip heißt Prozessschutz: Der Wald wird sich selbst überlassen, es wird nicht geerntet, nicht aufgeräumt, nicht nachgeholfen.

Mit der Ausweisung wurden 4.122 Hektar beziehungsweise 38 Prozent der Fläche unter Prozessschutz gestellt. Bis spätestens 2034 sollen weitere 4.030 Hektar beziehungsweise 37 Prozent der Waldfläche folgen. Danach wären drei Viertel des Parks sich selbst überlassen.

Warum das Zeit braucht, zeigt der Ausgangszustand: 2004 war der Wald zu 40 Prozent mit Fichte bestockt, zu 22 Prozent mit Eiche und nur zu 16 Prozent mit Buche. Die Fichte ist hier nicht heimisch — sie wurde forstwirtschaftlich gepflanzt. Der Umbau hin zum Buchenwald, der von Natur aus hierher gehört, ist die eigentliche Aufgabe der ersten Jahrzehnte.

10.549 Arten

Aktuell sind im Nationalpark Eifel 10.549 Arten nachgewiesen. Für ein Gebiet, das noch vor gut zwanzig Jahren zu großen Teilen Wirtschaftswald und Truppenübungsplatz war, ist das eine bemerkenswerte Zahl — und sie ist das Ergebnis systematischer Kartierung, nicht einer Schätzung.

Die Wegekapelle im aufgegebenen Dorf Wollseifen
Die Wegekapelle von 1908 in Wollseifen — dem Dorf, das dem Truppenübungsplatz weichen musste.

Die Dreiborner Hochfläche und Wollseifen

Ein großer Teil des Parks liegt auf der offenen Dreiborner Hochfläche — dem ehemaligen Truppenübungsplatz rund um Vogelsang, der bis 2005 militärisch genutzt wurde. Mitten darin liegt Wollseifen, ein Dorf, das dafür geräumt wurde und heute als Wüstung im Park liegt. Die 1908 gebaute und 2006 restaurierte Wegekapelle steht noch.

Diese Vorgeschichte ist auch der Grund, warum es hier so viel Offenland gibt: Panzer und Schießbetrieb haben den Wald über Jahrzehnte ferngehalten. Heute halten Schafherden die Flächen offen.

Unterwegs im Park

Rund 240 Kilometer Wanderwege stehen Besuchern offen. Die bekannteste Route ist der Wildnis-Trail, 85 Kilometer lang, angelegt von Monschau-Höfen im Südwesten aus.

Im Nationalpark gilt Wegegebot und Leinengebot, Zelten und Übernachten sind nicht erlaubt, und Lärm soll vermieden werden. Das sind keine Schikanen, sondern die Bedingung dafür, dass Prozessschutz überhaupt funktioniert.

Seit 2019 ist der Park auch offiziell Internationaler Sternenpark — nachts ist er also genauso interessant wie tagsüber.

Karte

Bildnachweis: Beitragsbild „Nationalpark Eifel (Dreiborner Hochebene) 50.58, 6.41″ von Dieter Mergel, lizenziert unter CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.
Bild im Text: Wüstung Wollseifen Wegekapelle von Xjvolker, lizenziert unter CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons. Für dieses Portal auf 1920 Pixel Breite verkleinert, sonst unverändert.

Quellen

  • Wikipedia: Nationalpark Eifel — Einrichtung 01.01.2004, Fläche ca. 10.770 ha, Prozessschutz 4.122 ha (38 %) und weitere 4.030 ha (37 %) bis 2034, Baumartenanteile 2004, 10.549 nachgewiesene Arten, 240 km Wanderwege, Wildnis-Trail 85 km, Sternenpark-Anerkennung 2014 und 2019
  • Nationalpark Eifel: Sternenpark — Regeln im Park (Wegegebot, Leinengebot, kein Zelten)
  • Wikipedia: Wollseifen — Wegekapelle, 1908 erbaut und 2006 restauriert

Stand der Angaben: August 2026.

Schreibe einen Kommentar